Donnerstag, 30. April 2009

Klima und Zeit


Mal etwas zum Klima und zum Wetter hier. Die Region um Perth zählt zur mediterranen Zone, selbst Kalbarri rühmt sich noch seines mediterranen Klimas. Der Übergang in die Subtropen ist fließend und mehr eine Sache der Defintion. Meine übernächste Station, Exmouth, liegt dann schon jenseits des „tropic of capricorn“, des Wendekreises des Steinbocks und also in den „Tropen“, Monkey Mia liegt nicht weit davor. Man merkt deutlich den steilen Anstieg und Abfall der Sonne; es gibt nur eine kurze Dämmerung, und sie wird immer kürzer, je weiter ich nach Norden komme. Da es hier auf den Winter zu geht, hat der helle Tag nur ca. 11 Stunden: Die Sonne geht hier gegen 7 Uhr auf und um 18 unter; abends ist es dann rasch stockfinster. Darum spielt sich hier das „Leben“ auch früher ab: Geschäfte öffnen teilweise schon um 6:30, schließen aber schon um 5 Uhr nachmittags. Dinner gibt es in der Regel zwischen 6 und 8 Uhr abends. Um 9 Uhr herrscht hier überall absolute Nachtruhe. Dafür wird es dann spätestens um 7 wieder sehr lebendig, besonders auf dem benachbarten Caravan Park! Diese Tageseinteilung der Zeit wird sich gegen Norden = Tropen allenfalls noch verstärken: Die Länge des Tages wird dann bei 11,5 Stunden liegen, dafür wird es noch weniger Dämmerung geben: Es wird hell, die Sonne geht auf, es wird heiß. Die Sonne geht unter, es wird schnell ganz dunkel und manchmal kühl. Hier ist heute nachmittags ein starker Südwestwind, fast Sturm, aufgekommen, der es abends hat empfindlich frisch werden lassen. Ich bin froh, im warmen Zimmer zu sitzen, draußen auf der Terrasse ist es zu kalt für Shorts und T-Shirt! Dazu passt die kleine Bildserie von der heute wirklich beeindruckenden Brandung; die letzten 6 Fotos sind abends mit der kleinen Lumix aufgenommen.

Es wird heiß am Tag; heute hatten wir über 30°, und das wird noch zunehmen, besonders bei meinem Abstecher ins Landesinnere, nach Tom Price. Mal sehen, was morgen der Wind macht und ob es wieder so heiß wird, wenn es in die Canyons des Murchison River geht; nicht ganz so heiß wäre da schon nicht schlecht. Da hier an der Küste abends aber immer ein frisches Lüftchen weht, ist es nie unerträglich, zumal die Wärme ja sehr trocken ist, keine Spur schwül. Das macht sie andererseits so gefährlich, besonders bei Ausflügen im Landesinneren wie heute im Kalbarri NP: Man merkt die Hitze nicht richtig, weil man nicht schwitzt. Natürlich schwitzt man, kräftig sogar, aber man wird dabei nicht feucht oder gar nass; die Feuchtigkeit trocknet sofort. Darum sind ja auch die Fliegen so hartnäckig, etwas von der Körperflüssigkeit zu erhaschen, ehe sie sogleich verdunstet ist. Also muss man trinken, ehe man durstig ist, weil für uns Europäer das Warnzeichen „Schweissnässe“ fehlt. Das ist dann schon sehr eine Sache der Vernunft bzw. des Gewöhnens, weil die eigenen Sensorien sich dafür noch nicht umgestellt haben. Trotz vieler Warnungen und Hinweise kollabieren Touristen immer wieder, weil sie einfach zu wenig trinken. Nun, ich halte mich an den Rat und trinke abends gerne ausreichend „VB“ … ;-)

Erstaunlich: Ich bin schon mehr als 2 Wochen unterwegs? Ich ahnte es: Die Zeit rast!

Kommentare:

  1. Hallo Herr Gruhn,
    mittlerweile sitze ich mit Atlas am Notebook und nehme noch Google Maps zur Hilfe, um Ihnen zu folgen. Es macht nach wie vor viel Spaß, und ich erwarte mit Spannung Ihre nächsten Berichte + Fotos!
    Grüße vom anderen Ende der Welt
    Iris Graf

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  2. Google Earth wäre noch hilfreich. Es geht weiter nach Norden, (fast) immer der Küste entlang erst einmal bis Broome.

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