Donnerstag, 23. April 2009

Schönes Perth

Perth ist wirklich in vieler Hinsicht besonders. Eigentlich ist es ja nicht besonders groß, aber diese Stadt hat es trotzdem in sich. Das was es an „Historischem“ gibt, kann man glatt vergessen: Es gibt nichts. Alles ist jung und neu und im Aufbruch. Perth ist vorne und hinten eine einzige Großbaustelle. Ich glaube, es wird derzeit kaum ein Hotel geben, dass  keinen Baulärm in der Nähe hat, unglaublich. Ich habe das mit einigen Bildern zu dokumentieren versucht. Alt und neu stehen hart gegeneinander. Manchmal versucht man, es einigermaßen miteinander zu verbinden, aber nur, wenn man als eine große Bank das nötige Geld dazu hat (siehe Foto).

Perth liegt wunderschön, sowohl am Swan River (Schwäne habe ich aber noch keine gesehen, nur Kormorane) als auch in eine Hügellandschaft gebettet. Am auffälligsten ist gewiss der Höhenrücken, in den die City im Osten ausläuft. Dort liegt der riesige Kings Park mit Botanischem Garten. Den muss ich erst noch erkunden. Die letzten Fotos sind vom Zugangsbereich dieses Parks gemacht. Man hat von dort eine tolle Aussicht über Perth und den Swan River. Ansonsten ist das Ufer des Swan, zumindest in unmittelbarer Nähe des CBD (Central Business Dstrict) von breiten Grünanlagen und eine Causewav geprägt. Eigentlich hat Perth aus diesem Ufer biehr vel zu wenig gemacht; es gibt dort nur den iemlich kleinen Bereich des Barracks Jetty (= Steg, Mole), von dem die Boote nach Fremantle und Swan aufwärts ablegen. Eine richtige Promenade mit Cafes usw. gibt es merkwürdigerweise nicht. Das liegt gewiss auch daran, dass das angenehmere Südufer, auf das die wärmende Nordsonne scheint, gegenüber liegt. Am lebendigsten ist immer noch die Innenstadt um den Forrest Square herum (Namen!! von Wald ist da natürlich keine Spur mehr) und die etwas flippigere Vorstadt, genannt Northbridge, nördlich des Hauptbahnhofs gelegen und nur über Brücken erreichbar; daher wohl der Name des Quartiers. Aber die Northbridge ist mehr etwas für abends, und wie alles in Perth, recht übersichtlich.

Heute war ich in der „Mitte“ essen: erstklassig, aber nicht billig. Überhaupt mal ein Wort zu den Preisen. Perth ist ziemlich teuer, deutlich teurer als Melbourne, und das will was heißen. Ich schrieb schon von den zahlreichen Pubs, aber die ziehen einem echt das Geld aus der Tasche. Ein Pint (= 0,451 l) hiesiges Bier kostet locker mal AUD 8, das sind immerhin fast € 5. Stolze Preise. Guinnes und Kilkenny werden gerne angeboten und kosten mindestens AUD 9 das Pint. Und da klage noch einer über die hohen Bierpreise auf der Wies’n! Der soll mal gleich nach Perth kommen, da wird er schnell wieder nüchtern. Auch das Essen ist nicht gerade billig, von den zahllosen fast food Läden und asiatischen Imbissen abgesehen. Natürlich isst man auch tagsüber in den foodcourts der malls preiswert, aber das ist ja kein Maßstab. Unter der Woche ist es hier in den guten Restaurants nirgendwo voll, was Wunder. Auf die Konsequenz der Melbourner („recession session“) ist man hier noch nicht verfallen. Insgesamt kann man sagen, dass der Euro im Verhältnis zum australische Dollar, was die Kaufkraft angeht, glatt unterbewertet ist. 50 : 100 wäre halbwegs angemessen, aber derzeit geht es mehr gegen 65 : 100. Letztlich ist damit Australien mindestens so teuer geworden wie die Schweiz. Vermutlich sind darum auch die Zahlen der europäischen Besucher deutlich zurück gegangen, wie man hört und auch feststellen kann. Australien ist gerade erst dabei zu realisieren, dass es nicht mehr die Insel der Seligen ist, wirtschaftlich gesehen. Hier sind die Zeitungen voll davon, dass die „Krise“ tatsächlich auch Australien voll erfasst, wenn auch mit Verzögerung. Das hat man offenbar, verwöhnt mit Boom wie man hier ist, kaum für möglich gehalten, so die Kommentare im TV. Merkwürdiges Australien!

(Die Internetqualität ist heute mies, darum gibt es die Blder erst später.)

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