Sonntag, 3. Januar 2021

Nachtrag nach mehr als 10 Jahren

 "Aboriginals - Aborigines"  - Zur Klärung einer Bezeichnung

Im vergangenen Jahrzehnt hat sich viel getan im Blick auf "Aboriginal Australians" oder besser "Indigenous Australians". Wikipedia schreibt:

"Das Wort Aborigine (aus dem lateinischen ab origine „von Beginn an“) bedeutet im Englischen allgemein Ureinwohner; als Name speziell für die Ureinwohner Australiens wurde es erstmals 1803 schriftlich dokumentiert; inzwischen gilt Aborigines im Englischen als abwertend und wird durch Aboriginal ersetzt. Selbst bezeichnen sich Aborigines meist in ihren jeweiligen Sprachen, zum Beispiel Koori im Südosten Australiens oder Anangu im Zentrum. In englischer Sprache nennen sie sich black fellas. Die deutsche Sprache benutzt weiterhin den Begriff Aborigine."

Aboriginal Flag
Ich habe im Blog meist die Bezeichnung "Aboriginals" verwandt, so wie ich es von Westaustraliern immer gehört hatte. Über die Unterschiede der Bezeichnungen war ich mir damals nicht bewusst. Die Sensibilität für das kolonialistische Erbe und die fortwirkenden Dominanz westlich-weißer Perspektiven im Blick auf indigene Völker ist gewachsen. Vor allem in Australien selbst hat ein lang andauernder, schmerzhafter Prozess des Umgangs mit der eigenen kolonialen Vergangenheit (Benachteiligung, Herabwürdigung. Assimilation und Ausrottung der Urbevölkerung) eingesetzt.

Es wäre gut, sich auch als Tourist mit diesem Thema auseinanderzusetzen; man ist als Besucher Australiens Gast in einem Kontinent mit eigener Geschichte und Kultur - mit allen Brüchen, aber eben auch Aufbrüchen und Neuausrichtungen, wie es gegenwärtig geschieht.

Nicht nur aus westlicher Perspektive informiert die Webseite "Australians together" über die Indigenous People, ein Bildungsprojekt einer zivilgesellschaftlichen Non-Profit-Organisisation Australiens. Ansonsten bietet der englischsprachige Artikel der Wikipedia über Indigenous Australians einen Einstieg und Überblick.

Sonntag, 7. Juni 2009

FINALE


Bike the Golden Gate Bridge - 
ein Wetter wie im Film!

Have fun!


(Was hat dieses Blog mit Beethovens Symphonien gemeinsam? - Immer wenn man denkt, es ist zu Ende, kommt doch noch etwas...)

Samstag, 6. Juni 2009

Die letzte Station


Dies ist nun meine letzte Station, San Francisco, California, deutlich spürbar auch daran: Die Voucher sind alle verbraucht. Von hier aus geht es dann Anfang der Woche heimwärts nach Deutschland. Die paar Fotos sollen eigentlich nur zeigen, welches Glück ich hier wieder einmal mit dem Wetter habe, denn entgegen den Prognosen ist es heute sonnig und warm. Es war für mich ein Tag zum Bummeln, Rumschauen, den Hafen und die Bay Genießen (eine Bay Cruise musste bei dem schönen Wetter einfach sein), danach noch ein bisschen shoppen und mir nun überlegen, wo ich denn heute Abend Dinner haben will. Die Auswahl ist groß, aber wahrscheinlich fahre ich zur Columbus Ave. ins italienische Viertel: ein Schlemmer - Paradies.


Ansonsten kann ich nur auf die schöneren Bilder vom September 2007 verweisen; heute wollte ich eigentlich gar nicht mehr fotografieren und hatte nur für alle Fälle die kleine Lumix bei mir. In SanFran scheint übrigens halb Europa versammelt, denn Busse mit spanischen, deutschen und französischen (oder kanadischen?) Touristen bevölkern die Touri-Meile am Pier 39. Mir ist das eigentlich jetzt alles gleich, ich genieße es hier und denke mir: Es war völlig richtig, den Abschluss deiner großen Reise hier in SanFran zu haben. Es passt. Es hat alles gepasst. Ich freue mich und bin sehr dankbar.

Donnerstag, 4. Juni 2009

Maui im Westen


Der westlich Teil Mauis ist von eigener Schönheit, vor allem die rauhere Nordküste: üppiges Grün, tief eingeschnittene Täler und Buchten, markante Berge (Kahakuloa Head) und ein vulkanisch geprägter Norwestzipfel: Nakalele Point. Weiter nach Südwesten wird es zusehends trockener und brauner, nur die Golfplätze und bewässerten Palmenalleen sind grün. Dort liegen die exklusiven Bettenburgen von Kapalua bis Ka'anapali: Ritz-Carlton, Hilton usw. An die guten Strände dort kommt man kaum ran. Es sieht aber so scheußlich exklusiv aus, dass dort sowieso kein normaler Mensch baden möchte, denke ich. Die Reichen und Schönen sind gerne unter sich. Jedenfalls hat dieser Küstenstreifen von ca. 20 km Länge bestimmt die höchste Dichte an Golfplätzen in den USA.

Lahaina ist dann wieder schön, ein richtig attraktiver und lebendiger Küsten- und Badeort mit vielen Galerien, Boutiquen, Restaurants, Bars und Bistros. Es hat sich herausgemacht und vergrößert in den letzten Jahren, seinen Charme aber behalten. Die schöneren Strände und das gemütlichere Leben gibt es aber eindeutig in - Kihei! Und dort feiere ich heute von Hawaii Abschied.

Mittwoch, 3. Juni 2009

Haleakala total


Die Unternehmung heute war ein würdiger Abschluss meiner Reise und passte genau zu all den vielen Erlebnissen, die ich in Australien gemacht habe. Heute war ich mit einem längeren Hike auf dem Haleakala unterwegs, genauer im Krater. Es war "marvelous"! Eine, phantastische Landschaft empfing mich dort mit unglaublichen Ausblicken und Eindrücken, dem nötigen Nervenkitzel, jede Menge toller Fotomotive und einer körperlich sehr anstrengenden 6 stündigen Wanderung zwischen 2600 und 3000 m Höhe in tropischer Sonne. Ich hatte alles "bedeckt", nur Nase und Hände waren frei. Es war einfach unbeschreiblich, auch hier geben die Bilder kaum annähernd wieder, was man dort sieht, wahrnimmt, riecht, hört (nämlich kaum etwas, kaum Insekten, keine Vögel, weil kein Wasser dort oben ist), aber eine duftende und in Farben schwelgende Flora, siehe die Farne! Ganz anders der obere Teil des Kraters mit seinen typischen Mondlandschaften, sehr eindrucksvoll, sehr staubig und sandig, sehr heiß und sehr, sehr mühsam zu gehen... Alles zusammen war ein großartiges Erlebnis; der Haleakala gehört zu den absoluten Highlights meiner Reise. Ich war dort auf eigene Faust unterwegs, so wie ich es am liebsten mache; der Nervenkitzel kommt dann ganz von alleine, wenn man einsam inmitten dieser überwältigenden Kraterlandschaft und seinen bizarren Randfelsen steht und sich nur noch als kleiner Wurm vorkommt. Es war zu schön, dies so erlebt und bewältigt zu haben.

Abends folgte wieder ein wunderschöner Sonnenuntergang (die Fotos hier sind allerdings von gestern) und ein exzellentes Dinner. Das war doch wohl das Mindeste...

Road to Hana


Wer gerne kurvenreiche Straßen fährt, Alpenpässe gewohnt ist oder kleine Riviera-Straßen kennt, der ist hier richtig: Die "Road to Hana" ist legendär, gerade auch wegen der atemberaubenden Aussichten und der tollen Landschaft im Nordosten Mauis. Genießt die Fotos, wie ich heute diesen Teil der Insel und vor allem den Ort Hana selbst (ausnahmsweise im Sonnenschein, weil es wegen der eigentümlichen Wetterlage heute keine Passat-Wolken gab) genossen habe! Die Hana Ranch sollte man dabei unbedingt besuchen: urig, tolle Aussicht und eine rein hawaiianische Staff, rein weiblich zudem. Überhaupt ist hier auf Maui fast alles im Tourismus fest in hawaianischer Hand, eine sehr positive Entwicklung, wie ich finde.

Dienstag, 2. Juni 2009

Haleakala - der Vulkan auf Maui


Maui ist einfach wunderschön, und der Haleakala (gilt als aktiv, zuletzt 1790, das ist erdgeschichtlich gerade eben) überaus beeindruckend - seht selbst. Hawaii ist einfach immer wieder eine Reise wert, das Klima, die Landschaft, das Licht, die Menschen und der Strand (insbesondere der Kama'ole Beach) sind wirklich etwas ganz Besonderes. Nach der langen Reise durch Australien hier nun auch noch sein zu können ist für mich wirklich wie das Häubchen Sahne auf der Torte. Und entspannen heißt für mich hier: nichts mehr besonders planen, den Tag nutzen und das machen, wozu ich Lust habe. Maui bietet so viel! Da würde es einem auch nach einer Woche kaum langweilig. Aber war schreibe ich so lange - seht euch doch die Fotos an!

Montag, 1. Juni 2009

Der 31. Mai zum Ersten, zum Zweiten ...

Das Wetter war an meinem letzten Tag in Sydney nicht gerade berühmt, sehr wechselhaft mit Schauern, aber wenigstens etwas wärmer; es ließ sich besser aushalten. Wunderschön war der Ausflug mit der alten Fähre nach Manly, südlich der „dual heads“, also der Einfahrt in die große Meeresbucht, an der Sydney liegt. Der Pazifik präsentierte sich wieder in aller Pracht, der Strand dort ist weiter und zum Baden gewiss schöner als Bondi Beach, dafür gibt es in Bondi für die Surfer die höheren Wellen. Manly selber hat sich zu einem respektablen Badeort für Sydney weiter entwickelt, hat mir gut gefallen. Dann ging es zum Hotel zurück, um 4 Uhr wurde ich vom Airport Shuttle abgeholt. Jetzt sitze ich im Flughafen von Sydney und warte auf den Abflug. Es sind die letzten Stunden in Australien, ich gebe gerade mit einem Kaffee das letzte australische Geld aus. Morgen früh bin ich dann in Honolulu, aber wegen der Datumsgrenze immer noch am Sonntag...

Ach ja: Ich habe nicht "climb the bridge" gemacht: war mir zu teuer für das, was geboten wird; nicht mal eine Kamera darf man mitnehmen... Und es ist schließlich nur eine alte Brücke, zumal nur eine Kopie (danke für die Info, Dennis), für die Australier ist sie aber aber ein Symbol.

In Honolulu: Mit dem Ende der Australienfahrt endet auch dieses Reise-Weblog. Vielleicht füge ich noch gewissermaßen als Nachtrag gelegentliche Zusammenfassungen an, wenn ich dazu Lust habe. Auf jeden Fall wird es weiterhin Fotos geben, hier und wie immer direkt in den Fotoalben bei Google Fotos. Es hat mich gefreut, so viele positive Reaktionen erhalten zu haben, mancher Leser und manche Leserin haben sich offenbar an die regelmäßigen Berichte aus Westaustralien richtig gehend gewöhnt. Nun, auch die schönste Reise geht einmal zu Ende, und so auch dieses Reiseblog. Es bleibt aber im Internet verfügbar, so dass ihr alles, was euch interessiert, so oft ihr wollt noch einmal lesen und die Fotos dazu anschauen könnt. Was die Fotos angeht, so wird es sicher von mir von zu Hause aus noch eine „Best of“ - Sammlung mit extra bearbeiteten Fotos zu Australien 09 geben; die wird dann auch in meinen Webalben zu finden sein, also später dort ruhig noch einmal nach schauen. Ab Mitte Juni (Sommer, komm!) werde ich ja wieder in Kempten sein. So sage ich also an dieser Stelle für Australien „Tschüß“ – nein, lieber so, wie es der freundliche Australier tut: „See you – and take care!


Hier in dem Fotoalbum gibt es einen knappen Rückblick auf Australien: BEST OF BEST 09

Samstag, 30. Mai 2009

Bye Bye, Australia


Hier war heute zeitweise heftiges Novemberwetter, aber zum Glück war es doch ein bisschen wärmer als bei uns gewöhnlich im November. Immerhin hatte ich alle meine Jacken angezogen. Wenn es regnete = schüttete, bin ich in den Explorer-Bus (Stadtrunde) gesprungen (das hat natürlich nicht ganz so glatt geklappt, ich bin noch nass genug geworden), wenn die Sonne wieder schien, lockten mich einige Stadtviertel, die ich noch nicht kannte, Kings Cross und Wooloomooloo, beides sehr aktuelle Viertel: viel Schickimicki, viel Nobles und Teures, aber auch einfach ganz Normales und Schönes wie der kleine Markt in Kings Cross. Der große Wharf-Hotel- und Shoppingkomplex in Wooloomooloo (was soviel wie „Wallabies und Kängurus“ bedeutet) sieht gar nicht so exklusiv aus, wie er wirklich ist. Besonders Filmschauspieler würden von ihm besonders angezogen, sagt man hier. Dann gings weiter hinaus Richtung Küste, wobei es wieder einmal furchtbar schüttete, so dass ich schon kaum mehr damit rechnete, am Bondi (gesprochen Bondai) Beach aussteigen zu können. Aber siehe da, ein größeres Wolkenloch machte sogar einen wunderschönen 45 Minuten Spaziergang den Klippen entlang bis zur nächsten Bucht an den Bronte Beach möglich. Eine tolle Brandung gab es heute, die vielen Surfer, die draußen waren, schienen begeistert. Dann regnete es wieder, der Bus kam und brachte mich zurück nach Downtown. Im Maritim Museum am Darling Harbour habe ich mir noch die aktuelle Darwin Ausstellung angesehen, recht interessant und sehr gut gemacht. Immerhin ist Darwin mit der Beagle auch im damaligen Hafen von Sydney gewesen.

Meine Schuhe, die bei den vielen Klettertouren in den Gorges Erstaunliches mit gemacht haben, sind hier allerdings dem Regen zum Opfer gefallen; die Sohle hat sich gelöst. Da ich sie ohnehin nach Australien als abgängig auf der Liste hatte, habe ich mir hier neue gekauft und die alten Treter entsorgt. Sie haben also gerade lange genug gehalten. Denn morgen ist die Australienreise für mich beendet; ich habe zwar noch den Tag über in Sydney Zeit, aber abends geht es dann los von Sydney direkt nach Honolulu, 9 Stunden Flug, 4 Stunden Zeitverschiebung und eine Datums-Rückstellung: Ich fliege Sonntag Abend ab und komme am Sonntag Morgen auf Hawaii an. Dann werde ich mit der Zeit genau 12 Stunden gegenüber MESZ zurück sein. Die Datumsgrenze ist schon komisch! Aber ich sehne mich auch schon sehr nach Hawaii und der Wärme dort; der Spätherbst in Sydney ist nicht das Wahre...

Freitag, 29. Mai 2009

Hoch in den Blauen Bergen


Das war ein Tag! Morgens in Sydney kalt, aber recht sonnig. Dann gings ab in die Blue Mountains mit einer kleinen Gruppe, in einem kleinen, aber komfortablen Bus. Es wurde mit zunehmender Höhe (bis auf ca. 700 m) immer trüber, kälter und regnerisch. Der erste Stopp war sehr unfreundlich vom Wetter, von der Aussicht aber fantastisch: Anvil Rock, Wahnsinn. Dann, als wir uns dem Höhepunkt des Tages näherten, dem Bergort Katoomba und der „Scenic World“ im Jamison Valley, da hellte es auf und die Sonne kam sogar durch. Wenn nur nicht solch ein kalter Südost-Wind gewesen wäre; ich hatte an Jacken alles an, was ich mit habe! Egal, es war wunderschön, die Blue Mountains sind bezaubernd und absolut sehenswert, Die Gruppe war sehr nett und sehr gemischt, der Guide (David) wieder mal ein Unikum und total gut. Wir hatten an allen sehenswerten Punkten viel Zeit, und ich konnte viele Wege gehen, um die Gegend ein wenig zu erkunden. Dazwischen traf man sich, plauderte, hatte einen üppigen Lunch, - eine rundrum gute Sache mit vielen sehr interessanten Informationen über die Geschichte und touristische Erschließung dieser Gegend (die Blue Mountains waren im vergangenen Jahrhundert DIE Ferienregion der Australier!), die es so nicht bei Wikipedia zu lesen gibt. Auf dem Rückweg gab es dann noch eine River Cruise zurück nach Sydney, Darling Harbour, super. Leider begann es dann wieder zu regnen, und zwar heftig, und kalt war es den ganzen Tag über sowieso... Wir haben uns in der Gruppe dann sehr nett von einander verabschiedet, auch nicht selbstverständlich.

Zum Glück bekam ich in „meinem“ Restaurant an der Cockle Bay noch einen guten Tisch (vorne, warm und trocken = exklusiv) und konnte so beim Dinner dem Freitag abendlichen Feuerwerk in Darling Harbour zuschauen, wow, das war wirklich abwechslungsreich und gut gemacht. Dann setzte etwas ein, für das ich nur das Wort „Wolkenbruch“ kenne. Ich wollte noch fragen, wie man so etwas im Englischen nennt: Sydney-Wetter?! Der hielt an, keine Chance, trocken nach Hause zu kommen. Die Hosen sind inzwischen aufgehängt, und eine heiße Dusche macht alles wieder gut. Trotz allem war es ein wunderschöner Tag und ein toller Abend, voller neuer Erfahrungen!

Ein neues Laster habe ich mir angewöhnt, und das muss ich baldigst wieder abstellen: Ich bin auf den Geschmack von Austern gekommen, möglichst „natur“, die esse ich seit Darwin jeden Abend als Vorspeise, ein halbes Dutzend – es gibt nichts Köstlicheres aus dem Meer! Sage noch einer, Austern schmeckten nach nichts! Es kommt doch ebenso auf das sammetweiche Gefühl dieser Muschel im Munde an, auf den leicht salzigen Geschmack bei Zergehenlassen, auf den Schluck „sparkling wine“ (=Sekt) nach jeder Auster, der einfach dazu gehört... Jetzt haltet ihr mich für übergeschnappt. Ich sagte ja schon: Es ist ein zu bekämpfendes Laster, aber ein sehr schönes... :-)

Sydney muss ich etwas Abbitte leisten; mein erster Eindruck war doch ein bisschen verkehrt, hörte ich heute. Es wurde mir aufgezählt, was in den letzten Jahren alles neu gebaut und verändert wurde. Sydney ist wohl einfach zu groß, um das alles auf einen Blick zu sehen und zu merken wie in Melbourne, obwohl dort gabs mehr Baukräne, das bleibt wahr. Hier gegenüber dem Ibis-Hotel ist der „World Square“ eine völlig neue Mall mit vielen Ebenen, nettem Innenhof, vielen Boutiquen, Bistros usw. Aber es ist halt nur eine weitere Mall in der Stadt. Darum herum tobt das Leben, besonders der jugendlichen Asiaten, mit Kinos, Kneipen, Pubs, Backpacker Hotels, internationalen Restaurants und Bars, hier ist wirklich am Abend einiges los. Aber so ist halt Großstadt. Sydneys Reiz machte eigentlich noch etwas anderes aus. Was das heute ist, das habe ich noch nicht genau heraus gefunden.

Donnerstag, 28. Mai 2009

Sydney rennt


Heute hatte ich wirklich Glück: Es war wunderschönes Herbstwetter mit viel Sonne und schönen Wolken, die den Himmel und damit auch die Fotos belebten. Sydney habe ich mir heute erlaufen, denn ich bin einfach von Punkt zu Punkt immer weiter gegangen und habe die Benutzung des sehr praktischen „Sydney Exlorers“ (Hop in – hop off - Bus) immer weiter raus geschoben, bis es sich von der Tageszeit her nicht mehr lohnte. Er fährt eine große Schleife, und das meiste davon habe ich heute schon gesehen. Die Explorer-Busse (es gibt einen weiteren zu den Stränden) werde ich dann am Samstag nutzen.

Sydney hat sich längst nicht so sehr verändert, wie ich es von Melbourne her erwartet hatte. Eigentlich hat sich in der Stadt selbst gar nichts verändert: Die Häuser und großen Hotels sind halt etwas angegraut mit der Zeit. Es mag den einen oder anderen neuen Büroturm geben, aber auch nicht so, dass es auffiele. Am Darling Harbour hat sich am meisten getan und tut sich noch, das schrieb ich ja schon. Wooloomooloo ist das neue hippe Viertel, das ich mir noch näher ansehen werde; vorbei gegangen bin ich da heute schon. Da soll es die derzeit besten = angesagtesten Boutiquen und Restaurants geben. Wenn ich also Matt Damon oder Keanu Reaves treffen will, muss ich wohl dorthin. Sydney ist vor allem die Stadt des Medien-Business geworden; die wichtigste Finanz- und Wirtschaftsmetropole Australiens war es immer schon. Aber für den Normal-Touristen hat sich nicht so viel geändert: Die Harbour Bridge steht immer noch und das Opernhaus ebenfalls. Das sind die beiden imposantesten Bauwerke von Sydney, sozusagen die entscheidenden „landmarks“. Auch sie stauben allerdings etwas an, sind aber immer noch wunderschön.

Sydney ist sehr voll, hektisch (von wegen 'no worry'!) und betriebsam. Morgens scheint man hier im CBD (Central Business District) nur in den Schnell-Cafes zu frühstücken, da ist jedenfalls vor 8 Uhr Hochbetrieb für Kaffee mit fettem Süßkram. Dann, zur Mittagszeit, überfällt die „Sidnier“ wohl das schlechte Gewissen, denn dann gerät die Stadt in Bewegung, in eine wahre Volksbewegung: Joggen vom Opernhaus zum Macquarie's Point und zurück, dabei noch möglichst viele Stufen mitnehmen. Alles läuft und wetzt, keucht und röchelt, alt und jung, dick und dünn, schön und hässlich; als Fußgänger ist man ab 12 Uhr auf der Uferpromenade ein störender Exot! So war es heute jedenfalls bei schönem Wetter. Wenn man allerdings bedenkt, dass die Sydnier hier im Winter zu Büroschluss auch die Dunkelheit haben, versteht man es vielleicht: Wann sonst als zum Lunch sollen sie joggen? Und wozu haben sie denn sonst all die herrlichen Parks (wirklich!) entlang der Küste, direkt in der City? Sydney ist nämlich auch eine sehr grüne Stadt, das habe ich neu entdeckt.

Morgen sehe ich allerdings blau: in den Blue Mountains, wenn das Wetter wieder einigermaßen mitspielt. Heute war es eben echtes Fotowetter, seht selbst!

Mittwoch, 27. Mai 2009

Juchhu - Sidni!

Heute gings in Darwin früh und völlig unspektakulär los: vor 6 Uhr aufstehen, schnell ein quick breakfast, dann noch im Dunkeln zum Airport, Auto abstellen, Schlüssel abgeben, einchecken. Um 7:45 sass ich dann im Flieger nach Sydney. Das war sie also gewesen, die große Westaustralienfahrt! Im Flugzeug weiter gedämmert, Schlaf nachgeholt, es gab sowieso null Service. Wohl ein Billigflieger im Auftrag von Qantas: Jetstar. Da kostete tatsächlich beinahe das Klo extra Geld. Mittags nach gut 4 Stunden Flugzeit (schnell war er, das muss man ihm lassen, hat den Flugplan locker unterboten) dann in Sydney gelandet, jetzt also mit +8 Stunden gegenüber MESZ. Das bedeutet hier leider auch, dass es wieder sehr früh dunkel wird, ab 5 Uhr nachmittags wird es duster, dafür aber früh wieder hell. Die Uhr- und Tageszeiten sind hier in Australien während des Winters tatsächlich etwas sehr merkwürdig und, was die Zeitzonen betrifft, wenig einsichtig. Die Leute hier sind halt dran gewöhnt. Darwin fand ich richtig gut: Es wurde um 7 Uhr hell, und um halb 7 ging abends die Sonne unter. Hier bin ich allerdings auch wieder sehr viel weiter südlich und raus aus den Tropen.

Das merkte man auch gleich am Wetter. Sydney begrüßte mich mit dicken Wolken und Regen, Temperaturen aber noch milde 20°. Für mich der reinste Kälteschock! Darwin gestern Mittag: 33°, heute Morgen 23°! mmh, lecker warm... Auch sonst bin ich von der Großstadt Sydney erst einmal richtig geschockt gewesen, wie laut und dreckig es hier ist und hektisch! Die vielen Autos und Menschen! An die ruhige Leere im Westen und Norden kann man sich gut und schnell gewöhnen. Aber ich bin ja flexibel und stelle mich eben auch wieder um - anyway! Darling Harbour war sogar im Regen schön, die eine Hälfte ist Großbaustelle („Hälfte“ ist natürlich übertrieben), die andere gegenüber vor 5 Jahren erweitert, vergrößert, verschönert, einfach noch bunter und lebendiger, ein tolles Fleckchen Lebendigkeit, Betriebsamkeit und Genießen. Das habe ich dann auch getan, indem ich just in demselben Restaurant an der Cockle Bay (der innere Darling Harbour) diniert habe, in dem ich vor 5 Jahren meinen ersten Abend sowohl in Australien überhaupt als auch in Sydney im Besonderen verbracht habe. Ich war damals maßlos beeindruckt und weiß auch noch genau, was ich damals, ahnungslos, aber treffsicher, wie ich war, gegessen habe: ein gutes Steak mit dem mir damals unbekannten Rotwein Shiraz. Nun, das hat sich geändert, ich kenne die Steaks und die Shiraz-Sorten inzwischen nicht nur 'auswendig' recht gut und schätze sie sehr. Heute kam mir dieses alles wieder in den Sinn, und die junge freundliche Bedienung, die damals noch fast ein Kind war, freute sich und lachte köstlich, als ich ihr diese kleine Story erzählte: Was es doch für komische Touristen gibt, mag sie gedacht haben, aber amüsiert hat es sie. Und ich habe es genossen, nun wieder hier zu sein, an eben derselben Stelle. Was für ein Wunder nach so langer Zeit und bei der Entfernung!

Vorher habe ich natürlich noch einiges für die Tage in Sydney geplant, ehe es dann am Sonntag weitergeht. Klar, morgen kommt die Stadt dran, ein Wiedersehen und Gucken, was sich alles noch verändert hat. Freitag hole ich dann etwas nach, was ich bisher in Australien versäumt habe: nämlich die Blue Mountains. Ich habe dorthin eine ganztägige Bustour gebucht. Ganz ohne Natur geht es eben doch noch nicht. Obwohl, so nahe an Sydney hat der Blue Mountains NP wohl mehr den Charakter eines Freizeitparks, ich lasse mich überraschen. Sehenswert ist er auf jeden Fall. - Ja und dann, dann steht noch etwas auf meinem Programm, was vom Wetter abhängt; dreimal dürft ihr raten, was es ist. Die Auflösung kommt allerdings erst am Sonntag... :-)

Ach so, die Überschrift: Sydney wird tatsächlich "sidni" ausgesprochen.

Montag, 25. Mai 2009

Darwins Schätze


Dienstag, 26.05.
Darwin war noch mal etwas zum Genießen: die Sonne, die Wärme, das Grün der Palmen und Banyans und das Blau des Wassers in der Timor Sea. Darwin ist sehr tropisch – locker, eine Stadt, die sich gewaltig herausgeputzt hat (neue Waterfront!) und viele neue Appartmenthäuser aufweist. Man bummelt gemütlich durch die Stadt, besucht die Strände (zum Baden noch zu früh, erst ab Mitte Juni wird es sicher) und Parkanlagen, eine Stadt im satten Grün und hellen Licht der Tropen mit einer durchaus wechselvollen Geschichte: Luftangriff und Invasion (!) der Japaner im Frühjahr 1941 und dann 1974 der Zyklon Tracy, der Darwin fast völlig zerstörte. Heute ist die Stadt so friedlich wie nur möglich und sehr umweltbewusst, zugleich ein Zentrum der Aboriginal-Kultur. Besonders das Museum für Kunst und Geschichte ist sehenswert und zeigt wirkliche Meisterwerke des modernen Australien, speziell des Nordens und seiner Bewohner. Die aboriginal art ist wirklich ein eigener Faktor in der Bewertung der Ureinwohner, und ich muss da mein früheres Urteil etwas modifizieren bzw. ergänzen. Das hier ist absolut sehenswert und faszinierend. Insofern war auch diese Station in Darwin für mich von besonderer Bedeutung. Man lernt eben nie aus. In der dry season lässt es sich hier jedenfalls vorzüglich leben!

Crocs, crocs, crocs


Montag, 25.05.
Auf dem Weg nach Darwin bin ich nochmals abgezweigt in Richtung Kakadu Nationalpark, weil es halt so schön war in der wilden Natur und ich noch Zeit hatte, und habe den Aussichtspunkt „Window on the Wetlands“ besucht und ähnliche Fotos wie vor 5 Jahren gemacht – zum Vergleich: jetzt dry season. Dann gabs noch Krokodile satt, also die „bösen“, die Salzwasser- oder Leistenkrokodile, die halt alles fressen, was ihnen zwischen die Fressklappen kommt. Es war eine Bootsfahrt auf dem Adelaide River, und auf dem oberen Deck fühlte man sich doch sicherer als unten (was auch nicht erlaubt war). So nah und groß habe ich Salties in freier Natur noch nie gesehen, dazu die wunderschönen Adler, die natürlich nur wegen des Futters so nahe heran kamen. Schön war es aber wirklich, und sehr interessant, was über diese Tiere so erzählt wurde. Ich habe die Infos live gehört – ihr könnt ja Entsprechendes bei Wikipedia nachlesen, wen es denn interessiert. Es sollte eigentlich interessieren, denn die Salzwasserkrokodile Australiens leben hier seit 200 Millionen Jahren – solange haben wir Menschen noch nicht überlebt: ob wir es werden? Sie gehören hier her, wie betont wurde. Gut dass sie geschützt sind, gut auch, dass solche touristischen Unterhaltungsfahrten (klar, es war entertainment) dazu genutzt werden, für den Erhalt und Schutz dieser außergewöhnlichen Lebewesen zu werben. Ich fands gut. Das war der wirkliche Abschluss in und von der Wildnis.

Am "Top End"


Samstag, 23.05. - Eine Liebeserklärung -
Die Katherine Gorge war schon klasse, ein wirklich beeindruckendes Erlebnis, mit dem Boot da durch zu fahren, anders kann man sie auch gar nicht erreichen. Ich habe sie zum zweiten Mal gesehen, aber vor 5 Jahren war ich noch am Ende der „wet season“ dort, und damals war der Wasserstand ca. 10 m höher, da sieht natürlich alles ganz anders aus. Die gewaltigen Katarakte gab es jetzt nicht, dafür eine umso gewaltigere Gorge: 10 m tiefer gelegt. Zur höchsten Zeit der „wet season“ liegt der Wasserstand 12 – 15 m, manchmal auch mehr, darüber. Wo jetzt hohe Felsen aus dem Wasser ragen, waren damals wilde Stromschnellen, also eine völlig andere Gorge. Das ist aber typisch für das „top end“ Australiens (so wird die Gegend hier genannt), dass die Landschaft in der „dry“ oder der „wet season“ eben völlig anders aussieht. Das gilt ebenso für den Kakadu NP oder den Litchfield NP wie für das Land und die Nordküste insgesamt. Ein bisschen was davon habe ich ja damals im März gesehen und sehe es jetzt Ende Mai ganz anders wieder. Schon interessant! Die Bilder von der Katherine Gorge folgen gleich, es sind wieder sehr gute darunter.

Ja, die große Westaustralien - Fahrt neigt sich dem Ende zu; ich bin ja schon nicht mehr in WA, sondern im NT, dem Northern Territory. Dies ist kein eigener Staat wie alle anderen Länder Australiens, sondern direkt von Canberra verwaltet; immerhin haben die 200 000 Einwohner des NT aber ein eigenes Parlament und möchten ein Bundesstaat werden. Heute bei der Autofahrt von Katherine zum Lake Bennett wurde mir schon deutlich bewusst, dass dies die letzte 'längere' Strecke von 240 km war, die ich selber in Australien „going north“ fahren würde, denn am Montag sind es dann nur noch 120 km bis Darwin, eine gute Stunde. Der Kilometerzähler meines Holden Astra zeigt jetzt schon rund 6.500 km gefahrene Strecke seit Perth an; dazu kommen noch 650 km, die ich mit dem 4WD gefahren bin. Es werden also mehr als 7.000 km sein, die ich im westlichen Australien tatsächlich gefahren bin; mit vielleicht 5.000 km hatte ich gerechnet... die Kilometer bei den Touren in die NP's hinein, die ich nicht selbst gefahren bin, mal ganz beiseite gelassen (geschätzt und überschlagen auch noch einmal ca. 1.000 km). Daran erkennt man auch, wie groß und weit Australien ist; 100 km sind im Westen gar nichts, also etwas ganz Nahes, so wie bei uns 10 km. Ja, das passt als Vergleich recht gut. Noch liegt der schöne Litchfield Park vor mir („ein bisschen etwas von ganz Nord-Australien“, so die eigene Werbung), aber es ist ein Abschiednehmen von diesem bezaubernden Land. Ich freue mich darauf und werde ihn umso mehr genießen, ebenso wie dies wundervolle Resort hier am Lake Bennett, was mit „wilderness“ aber nur noch recht wenig zu tun hat, wenn ich es mit den Kimberley und El Questro vergleiche. Vor fünf Jahren kam mir Darwin und das südlich folgende Gebiet über Katherine bis Alice Springs als purer Outback vor; jetzt kann ich nur müde lächeln und mich über die intensive Zivilisation und die Menge der Touristen wundern, die hier mit ihren Trailern und Vans herum fahren. Echt Stress ist das...

Outback gibt es wirklich nur noch abseits der großen befestigten Straßen (z.B. die „Canning Stock“ Route) im westlichen Zentrum und eben in den Kimberley. Ein kleines bisschen davon habe ich noch erhascht, bevor auch dieses verschwinden wird. Mehr und mehr Straßen auf den großen Touristenrouten werden asphaltiert, weil der Tourismus es erfordert (und ich es ihm danke!) und weil die Unterhaltung asphaltierter Straßen bei höherem Verkehrsaufkommen einfach billiger ist als die „graveled roads“, die Naturstraßen, die natürlich auch gepflegt werden müssen. Immer mehr Gebiete werden für den Tourismus erschlossen, und es sind Traumregionen, die da auf Besucher warten. Nur „offroad“ wird immer noch ein Stück Wildnis bleiben, denke ich, zumindest noch für viele Jahrzehnte. Wieviel sich hier im wachsenden Australien in welch kurzer Zeit ändert, das habe ich allein im Vergleich zu meiner Reise vor 5 Jahren erleben können, da liegen bisweilen Welten zwischen. Das betrifft unter anderem auch Darwin, dessen „skyline“ jetzt schon von mir in Prospekten bewundert werden kann - ich werde sie ja bald selber sehen -, was ich noch als ziemlich flache Stadt kenne ohne Hochhäuser. Darwin ist eine der Boomregionen im NT, unglaublich.

So wie ich aber jetzt noch den Westen Australiens kennen gelernt habe, ist er wunderschön, bezaubernd, beeindruckend und einfach sehr liebenswert: die Menschen und die Landschaften. Wie unterschiedlich sind Coral Bay und El Questro, und doch teilen beide Orte den typisch westaustralischen Charme eines wohl auch gelegentlich noch wilden, aber meist einfach wunderschönen und einen selber mit Großartigkeit, Lockerheit und Freundlichkeit überwältigenden Landes. Das gilt auch für den kleinen Teil des Northern Territory, den ich nun am Ende bereise. Die Vielfalt der Eindrücke, die bei mir zurück und haften bleiben, ist schier unglaublich: Von den Blüten des Nambung über die Ehrfurcht gebietenden Whalesharks bis zu den geheimnisvollen Schluchten des Karijini und der Kimberley – es ist ein kaum zu fassendes Panorama einzigartiger Welten und ihrer Menschen, die sich ebenfalls ändern, die ich aber eben „heute“ gesehen und deren Gemeinschaft ich geteilt habe, - dass ich erleben durfte, wie diese Welt jetzt noch ist. Ich bin deswegen überglücklich.

Gut, dass ich noch ein bisschen was vor mir habe auf dieser großen Reise: Zuerst noch hier in Australien, dann auf Hawaii zum Ausklang. Die Rückkehr nach Deutschland jetzt sofort wäre schon recht heftig. Ich glaube, ich habe das bei der Planung ganz gut hin gekriegt.



Sonntag, 24.05.
Im Litchfield NP war es wirklich klasse: ein bisschen was von allem im Aussie-Land: Flüsse, Gorges (kleine), viele Wasserfälle und Pools, Regenwald, Busch, Trockenwald, alles en miniature vertreten. Insofern war dieser kleine, aber feine und wirklich wunderschöne Nationalpark der ideale Abschluss meiner Reise durch so viele Naturschönheiten und -wunder. Ich habe es genossen, obwohl dort heute am Sonntag viel los war: Der Litchfield liegt ja nur eine gute Autostunde von Darwin entfernt. Besonders schön war das Baden in den Pools der kleinen Flüsse, die sich über viele kleine und große Wasserfälle ins weite Land ergießen. Im Florence Creek (River?) habe ich sogar eine Badestelle (= Stromschnellen und Pool, siehe Fotos) ganz für mich gehabt – nein, nicht wieder nackig, das machte schon das Pärchen eine Badestelle weiter unten. Ich bin viel gewandert und habe alle möglichen und erlaubten Tracks, insgesamt fast 10 km, meist felsig bergauf – bergab bewandert. Mittags waren es 34°, ich merkte das erst, als ich tatsächlich „flüssig“ schwitzte. Umso schöner war die Abkühlung im Fluss und dann wieder hier im Resort im Lake Bennett. Mich hat auch kein Süsswasser - Krokodil („freshy“) gebissen, obwohl es davon draußen im Nationalpark und hier im See eine ganze Reihe gibt; gesehen habe ich leider keines. Sie sind sehr scheu und und fliehen vor den Menschen; aggressiv werden sie nur, wenn man sie ärgert oder sie sich angegriffen fühlen. Ganz anders die viel größeren Salzwasser- Krokodile, die „alles fressen“, was fressbar scheint (Autoreifen, Angelruten, Menschen; man weiß das so genau, weil man es in ihren Mägen findet, wenn eines geschossen wurde) und ihr Revier sehr aggressiv verteidigen. Es wird hier sehr genau beobachtet, ob sich „Salties“ in der wet season vielleicht bis hierher hinauf vorarbeiten. Dafür gibt es extra Krokodilfallen und Köder, und in den NP's auch eine regelmäßige Beobachtung aus der Luft mit Helikoptern. Salties sind geschützt, was mittlerweile hier in Australien, speziell im NT, umstritten ist. Fakt bleibt, wie mir ein Ranger sagte, dass es weltweit nur 5000 – 6000 Salzwasserkrokodile gibt und darum eine Erhöhung der Zahl für ihren Bestand wichtig ist. Klar, das sehen hier im betroffenen Landesteil nicht alle so.

Ich kann auch nur sagen, dass ich mich im „wilden Westen“ Australiens mit den meisten giftigen Schlangen- und Spinnenarten weltweit ebenso sicher gefühlt habe wie meinetwegen im Sauerland. Spinnennetze sieht man, und Schlangen sind äußerst scheu; morgens kann man sie, weil es Wechselblütler sind, auf warmen exponierten Felsen und Steinen vermuten. In der Frühe gilt in der freien Natur also immer: „watch your step“. Nachdem mir heute Morgen auf einem der einsameren walking trails eine Horde von Jugendlichen samt Ranger begegnet ist, habe ich allerdings nicht weiter auf Schlangen geachtet. Vor deren Lärm und Trampelei nimmt jede Schlange reißaus... Also gilt hier wie überall: Interessantere Tiere muss man eher vorsichtig suchen als dass sie einen selber besuchen. Für „ants“ (Ameisen) gilt das nicht. Die kommen hier in den Tropen sofort, wenn sie auch nur einen Hauch von Lebensmitteln „riechen“. Die Regel ist also: Alles Essbare gut verschlossen und im Kühlschrank halten und keinesfalls im Zimmer verzehren, sondern nur draußen vor der Tür auf der üblichen Terrasse, und natürlich keine Abfälle im Zimmer lassen! Gestern habe ich den Fehler gemacht, mir vorsichtig ein altes Brötchen auf (!) dem Kühlschrank mit meiner restlichen Butter zu schmieren – keine 10 Minuten später war da eine Ameisenstraße. Habe alles mühsam sauber geputzt; danach war wieder Ruhe. So, never do like this.

Ach ja: Mein Reserve „Frühstücksbuffett“, die Tasche im Auto, habe ich hier nun auch wieder aufgelöst, sprich entsorgt. In Darwin gebe ich das Auto zurück. Dann gilt wieder: Nur mitnehmen, was man tragen kann. Der nächste Flieger wartet bald auf mich ...

Freitag, 22. Mai 2009

Was die Bilder nicht zeigen

Noch Freitag
Mir geht noch einiges durch den Sinn die letzten Tage und Fotos betreffend. Die Kimberley, El Questro und Kununurra waren wirklich eine sehr einzigartige und bezaubernde Landschaft. Ich schrieb schon: Die Fotos geben das kaum wieder. Das liegt auch einfach daran, dass der Fotograf, also ich, so überwältigt und hingerissen war, dass er zu fotografieren vergaß! Oftmals dachte ich beim Autofahren: Halt an, diesen Ausblick musst du schießen, dann jenen, dann jenen – und ich hielt NICHT an. Die Fotos hätten ohnehin kaum etwas von der faszinierenden Weite und Kargheit und zugleich Fülle (!) der Landschaft wiedergeben können. Ich hätte kaum gewusst, wohin die Kamera zuerst zu richten. Die Eindrücke fotografisch einigermaßen stimmig einzufangen ist mir hier vielleicht nicht immer überzeugend genug gelungen.

Natürlich KÖNNEN Fotos das auch, nur muss man dafür dann noch viel mehr Zeit und Überlegung und die genaue Auswahl des Standortes und der Perspektive und fototechnisches Knowhow (Pano; HRI) mitbringen, was ich jetzt in dieser Situation nicht hatte oder nicht aufbringen konnte. Zu beeindruckend waren zu allererst die inneren Bilder beim Schauen und Erleben in dieser wahnsinnig kurzen Zeit! Ich bin euch also durchaus fotografisch noch ein bisschen etwas schuldig geblieben, denn man kann gerade auch in den Kimberley großartige Fotos machen, einige sind mir auch recht gut gelungen. Es sollte also eine weitere Reise in die aufregenden Landschaft folgen...

Crocodiles Sunset


Als kleines Schmankerl reiche ich noch ein paar Fotos von der River Cruise auf dem Ord River in Kununurra gestern (Donnerstag) Abend nach  (von der Argyle Mine habe ich übrigens auch nocn Bilder, später). Es war sehr stimmungsvoll, dazu ein erstklassiges und überreichliches BBQ (Fleisch bis zum Abwinken), ein schöner Sonnenuntergang über dem Ord - und dann noch "Crocodile Catching" im Fluss, natürlich nur durch den Guide. Er wusste, wo er einen kleinen (ca. 3 Jahre alt) finden und kriegen würde. War sehr beeindruckend.



Inzwischen bin ich im Northern Territory angelangt (+ 7,5 Stdn.), in Katherine. Da gibt es eine tolle Gorge, die man sich nur vom Wasser aus ansehen kann, dort bin ich zwar schon vor 5 Jahren gewesen, die ist aber so schön, dass ich die Bootsfahrt wieder gebucht habe. Danach geht es weiter Richtung Darwin in den Litchfield NP, ein ganz besonderes Kleinod in der Nähe von Darwin. Viele, die ich getroffen habe, haben vom Litchfield geschwärmt. Wohnen werde ich wieder in einem Wilderness Park am Lake Bennett: no TV, no mobil, no web, nehme ich an. Dann erst online wieder in Darwin!

Donnerstag, 21. Mai 2009

Oasen der Frische


Donnerstag, 21.05.
Heute war mein letzter Tag in Westaustralien. Ich habe ihn ganz besonders genossen: Ganz früh morgens war ich noch bei den Zebedee Springs im El Questro Park, aber trotz der frühen Zeit (kurz nach 7 Uhr) waren die Quellbassins schon von ersten Badenden besetzt. Ich bin dann weitergefahren zur Emma Gorge und habe sie, nun richtig beschuht, bis zum Ende durchwandert, besser durchklettert, denn der Weg ist sehr steinig und felsig. Es war eine ganz andere Beleuchtung, und vieles erschien mir nun auf einmal neu und wunderschön. Eine kleine Dreiergruppe von Wanderern war mit mir zusammen aufgebrochen, aber viel langsamer unterwegs. So war ich nach gut einer Stunde Plackerei der erste am Pool am Ende der Gorge und konnte „einfach so“ (Badesachen hatte ich nämlich nicht mit) ins Wasser springen und mich vom Wasserfall berieseln lassen, herrlich. Man trocknet ja sehr schnell, so dass die anschließende Rast dort, bis die zweiten Menschen dann kamen, ein purer Genuss eigener Art waren.

In Kununrra habe ich wieder alles Gepäck in meinen roten Astra umgeladen, den Nissan Patrol zurückgegeben und eingekauft. Mein Weinvorrat ging zur Neige. Dann im Ivanhoe Caravan Park meine Cabin bezogen und ratzfatz ins Internet: erste Entzugserscheinungen machten sich da bei mir bemerkbar ;-) Darum habt ihr dann die Story samt Fotos aus El Questro auch lesen und sehen können. Schon früh um halb 4 nachmittags wurde ich dann abgeholt, um auf dem Ord River eine kleine Sunset Kreuzfahrt zu machen mit eingeschlossenem BBQ, Fotos kommen noch. Da wir wieder nur wenige waren, 12 Personen, war es eine sehr kommunikative, gemütliche und entspannte Sache – mit viel Fleisch und Salaten und sonstigen Schlemmereien. Der Abschluss in Kununurra war also absolut stilvoll, relaxed und dem Anlass angemessen!

Denn es stimmte mich schon etwas traurig, dass ich nun dieses schöne Land Westaustralien verlassen werde, das mich von Perth an mit so vielen Wundern und Erlebnissen beglückt hat. Es ist wirklich ein tolles Land und einer weiteren Reise unbedingt wert! Was habe ich alles gesehen, und was habe ich alles noch NICHT gesehen... :-) Morgen geht es dann nach Katherine am Stuart Hwy im Northern Territory. Da wird die Uhr 1,5 Stunden vorgestellt, also dann mit 7,5 Stunden Differenz zur MESZ. Das bringt dann auch den gesehenen und gefühlten Tageszeiten – Rhythmus wieder besser ins Lot: Dort geht die Sonne dann morgens um 7 auf und um 6 abends unter. Hier war das zuletzt mit halb 6 SA und halb 5 SU etwas sehr verschoben. Ich steuere mit einer Zwischenstation in Katherine mein letztes NP – Ziel an, den Litchfield Nationalpark 150 km südlich von Darwin. Das Ziel der großen Australienreise kommt immer rascher in Sicht.

Mittwoch, 20. Mai 2009

El Questro & more


Mittwoch, 20. 05.
Da ist einiges passiert in der Zwischenzeit. In dem Wilderness Park El Questro gibt es weder Internet noch TV noch Mobiltelefon – sehr vernünftig. Es gibt auch nur eine einzige öffentliche Telefonzelle, die war aber immer frei, man wollte gar nicht telefonieren. Denn hier zu sein, abgeschieden von der übrigen Welt, und doch mit allem, was nötig ist, bestens versorgt, inmitten einer unglaublich lieblichen und schönen Landschaft (ja, lieblich, und das in den Kimberley!), das allein genügt. Es ist wie in einem Paradies, wirklich. Die Bilder können nur schwer wiedergeben, wie hier die Landschaft insgesamt wirkt, zumal dann auch die Lichtverhältnisse in den Gorges mit Sonne und Schatten zum Fotografieren recht kompliziert sind. Die Dimensionen sind es allemal, so dass der Eindruck der wenigen Fotos hier wirklich sehr unzureichend bleibt. Hinzu kommt, dass man die Geräusche und Gerüche unbedingt hinzu nehmen muss, um einen sinnlichen Eindruck zu bekommen. Also kurzum: Es gibt Landschaften wie die Bungles, da können Fotos schon eine Menge zeigen. Und es gibt sinnliche Erfahrungen wie die hier im Park El Questro, wo die Bilder ziemlich kläglich versagen. Hier zu sein gehört auf jeden Fall zu den größten Highlights in ganz Westaustralien. Besonders dann, wenn man wieder alle Zähne im Mund und Reifen auf dem Auto hat. Aber damit greife ich vor...

Gestern war eine halbe Stunde lang Pech angesagt. Irgendwann musste es ja kommen; dass es dann so abgelaufen ist, wie es war, gehört schon wieder zu den glücklichen Ereignissen meiner Reise. Ich habe also gestern meinen 4WD in Kununurra übernommen, sehr gespannt, was ich nun mit diesem Auto würde anstellen können. Ich habe mich schnell dran gewöhnt und bin nach Wyndham gefahren, die normale asphaltierte Route, eine andere gibt es auch gar nicht. Es ist ziemlich ödes Nest am Ende des Great Northern Highways an der Timor Sea gelegen wie Darwin. Nun gut, es gehörte sich einfach für mich so, dann auch konsequent bis ans Ende dieser großen Straße zu fahren, die ich von Perth an immer wieder verfolgt habe. Danach wollte ich die für mich neuen Möglichkeiten des 4WD Nissan Patrol nutzen und die King River Road fahren, und möglicherweise sogar den Pentecost Drive als Abkürzung zur östlichen Gibbs River Road nutzen. Das war eine landschaftlich tolle kleine Straße am Krokodil reichen King River entlang. Krokos habe ich zwar nicht gesehen, dafür aber viele Lizards (kleine Echsen ähnlich den Waranen) und jede Menge mir unbekannter großer Vögel, Reiher ähnlich, schwarze Störche, Trappen (danke, Dennis!) usw. Plötzlich hatte ich beim intensiven und freudevollen Schauen und Kauen leider einen halben Goldzahn locker im Mund, das war weniger schön. Ich konnte ihn retten, ehe ich ihn beinahe verschluckt hätte... Blöde Sache.

Die Abkürzung zur Gibb River Road und damit nach El Questro erwies sich als ein recht anspruchsvoller Track, den ich mir alleine und ohne 4WD - Erfahrung nicht zutraute, schon beim Ansehen nicht, und daher beschloss ich, denselben Weg 60 km wieder zurück auf den Hwy zu fahren und dann ganz normal die 80 km u. a. über die Gibbs River Road (die ist komplett nicht asphaltiert, wird aber auch von Road Trains (!) benutzt) nach El Questro zu fahren, alles ganz nah und easy. Gerade als ich recht stolz auf mich war, wie vernünftig oder (feige?) ich eben bei meiner Entscheidung zurück zu fahren gewesen war, ereilte mich das Missgeschick: Mitten im Nirgendwo auf einer kleinen Outback - Straße gab das Auto komische Geräusche von sich, stank dann fürchterlich nach Gummi und begann zu schlingern. Ich stoppte dann sofort und ahnte – und sah das Malheur: Der rechte hintere Reifen war total zerfetzt und stand nur noch auf der Felge. Eine Erfahrung der anderen Art: Neben mir nicht weit der Fluss mit den möglicherweise gefährlichen Krokodilen, vor mir und hinter mir nur Staubstraße, neben mir ein kaputtes Auto – wow! Zum Glück war die Straße an dieser Stelle eben und einigermaßen breit, so dass ich gefahrlos mit dem Reifenwechsel beginnen konnte. Oh boy, wann habe ich das zuletzt gemacht... Mir war als erstes klar: Bleib cool Junge, du hast genug Wasser dabei, und entferne dich keinesfalls vom Auto. Dann gings los mit der Suche nach den Werkzeugen, Wagenheber, Ansatzpunkt, na ja, ich sage euch, man sollte das öfter mal üben. Jedenfalls habe ich mich gar nicht so total dumm angestellt, denn eigentlich wäre ich fast zum Ziel gekommen, wenn da nicht diese eine doofe Schraube gewesen wäre, die ich partout nicht los kriegte! Ich habe mir dabei die Haut der rechten Hand zerfetzt. Nichts zu machen, sie lockerte sich nicht. Der Wagenheber schien immerhin zu funktionieren, aber ich kam halt dennoch nicht weiter. Also auf Hilfe warten – au Mann, wird einem da die Zeit lang, zumal in der frühen Nachmittagsglut mitten im Nirgendwo. Nach einer halben Stunde (kam mir vor wie eine kleine Ewigkeit), hörte ich Motorengeräusche, und ein Auto kam, damit nahte die Rettung. Der freundliche Australier war zum Angeln im Kings River unterwegs und hatte natürlich richtiges Werkzeuge dabei. Das Lösen der letzten Schraube und der Reifenwechsel gingen jetzt im Nu, obwohl wir noch die Hilfe seines zweiten Wagenhebers benötigten, um das Auto hoch genug zu kriegen. Der Reifen war dann schnell gewechselt – und ich total erleichtert. Wir haben uns dann noch ein Weilchen unterhalten, klar, jeder macht einmal solche Erfahrungen, und danach schafft man sich richtiges Werkzeug an und achtet ganz besonders auf den Reservereifen...

Ich bin dann auf dem normalen, weiteren Weg nach El Questro gefahren, mulmig wurde mir nur auf der Gibbs River Naturstraße, weil ich ja nun keinen Reservereifen mehr hatte, nur noch dieses zerfetzte Dingen, das da an meiner Hecktür hing. Aber was soll ich sagen: Dieser Nachmittag und Abend in El Questro gestaltete sich noch besonders nett und gemütlich, weil ich dort wieder die kleine Reisegruppe von „Peter“ traf, der mit seinen Wienern unterwegs war. Wir hatten natürlich viel zu erzählen und haben dann abends nett zusammen gesessen und gegessen – das Restaurant in El Questro Township ist super – und den einen oder anderen Wein miteinander getrunken. Es war der glorreiche Abend eines recht aufregenden Tages... Ich war übrigens im Resort recht schnell das Tagesgespräch: „der mit dem zerfetzten Reifen kam“ … Ich habe meine Geschichte gleich mehrfach erzählen müssen. Wisst ihr, es war bei den Fragern und Zuhörern der Effekt wie im Gruselkino: Es gruselt so schön, wenn und weil es MICH NICHT betrifft … :-) Sogar heute noch, eine Tag später, fragte mich die Oberin im Restaurant, ob denn nun mein heutiger Tag auch gut gewesen wäre; ja, sie habe von dem „tyre damage“ gehört, ob ich denn trotzdem den Aufenthalt hier genießen würde? Wow – so wird man zur Berühmtheit für einen Tag...

Ich bin heute Morgen nach Kununurra zurück gefahren, war schon um 8 Uhr bei dem Service von HERTZ, also bei Sandy. „Take it easy“, sagte sie, so etwas passiert halt. Ich sollte gleich einen neuen Reifen bekommen, und dann zeigte sie mir endlich auch, wo im Auto das „richtige“ Werkzeug versteckt war. Tausendmal „sorry“ natürlich. Zum Glück würde ich bloß ca. 20 % des neuen Reifens bezahlen müssen, da der kaputte ja schon alt gewesen wäre. Aber das gleich vorweg: Das hat mit dem Plattfuß nichts zu tun. Ich hatte am Abend vorher natürlich noch viel Fachsimpeleien und erfuhr, dass insbesondere die Hinterreifen auf Schotterstraßen durch den Steinschlag der Vorderreifen (!) bedroht sind: jeder Stein ein Geschoss sozusagen. Dann passiert das eben. Es kann einem dreimal in einem Monat passieren, auch bei ganz neuen Reifen, und es kann 5 Jahre gut gehen. Nur – irgendwann passiert es wieder. Shit happens. Darum ist zumindest gutes Werkzeug und am besten 2 Reservereifen angesagt.

Das habe ich mir von Sandy dann auch besorgt. Dann war ich, während der Reifen montiert wurde, noch bei der Dentistin und habe mir das Goldinlay wieder einsetzen lassen, habe getankt und eingekauft - und war nach zweieinhalb Stunden wieder auf dem Weg zurück von Kununurra nach El Questro mit neuem Reifen. Die Zahnbehandlung war übrigens prompt, gründlich und spitze, auch eine neue und gute Erfahrung. Nach knapp 20 Stunden war also wieder aller Schaden behoben! Uff, wie gut!

Es war mir schon klar: Irgendwann musste etwas passieren, irgend etwas, man kann nicht immer nur Glück haben. Letztlich aber habe ich in all dem Missgeschick, das mir passiert ist, doch wieder mehr Glück als Verstand gehabt. Jedenfalls bin ich heute sehr fröhlich die rauhen 4WD-Tracks zu den Gorges gefahren, die ich mich gestern noch nicht getraut hätte. Man lernt halt immer dazu. Eine tolle Gegend, wichtige Erfahrungen, die ja auch irgendwie zu diesem Land hier gehören, und bewältigte Schwierigkeiten, da bin ich doch am Ende sehr glücklich und zufrieden.

Schaut euch die Fotos an und freut euch daran. Denn ich habe heute die Wanderungen in den Gorges genossen; eine selten schöne tropische Landschaft der Kimberley voller Wasser mitten im Trockenland! Und nun geht’s dann wieder zurück nach Kununurra, tja, das kenne ich ja inzwischen recht gut; eine freundliche kleine Stadt, die sich mir von der besten Seite gezeigt hat! Donnerstag Abend ist BBQ Dinner auf dem Ord River angesagt.

Das war doch mal eine richtige story... no worry!

Montag, 18. Mai 2009

Bungle Bungle !


Montag, 18.05.
Die Bungles. Purnululu. Ich dachte, - ihr dachtet, es gäbe keine Steigerung mehr. Es gibt. Seht selbst. Und auch dieses Mal geben die Bilder nicht annähernd wider, was ich dort wirklich gesehen und erlebt habe.

Zu den nüchternen Fakten: Ich wurde morgens mit einer „flight only“ - Tour in die Bungles eingeflogen, stieg dann dort auf dem Bungles Airstrip als einziger aus und bekam einen Guide, eine taffe Frau. Ich blieb der einzige Teilnehmer auf der nun folgenden Tour „on the ground“ in den Bungles! Meist wird dort eine Übernachtung im Camp gebucht; diesmal war ich es alleine, der bloß eine day tour gebucht hatte – und hatte mit Karen riesiges Glück: ein toller Guide! Wir sind viel in den Gorges gewandert, sie hat sehr viel erklärt, gezeigt, erzählt, und das, was es zu sehen gab, war / ist wirklich einzigartig. Tatsächlich: Alleine die Bungles lohnen das Herkommen nach Kununurra. Was die geologischen Besonderheiten sind, könnt ihr selber bei Wikipedia nachlesen. Was man nicht lesen kann, ist das Gefühl der Erhabenheit und Ehrfurcht, dass einen bei diesen eigenartig geformten Felsen und Schluchten, bei all den Formen und Türmen überwältigt. In der riesigen Cathedral (hier versagen die Bilder völlig, die Spiegelungen sind allenfalls der Wirklichkeit entsprechend) beschleicht einen ein besonderes Gefühl; es war eine Gruppe dort, und dennoch war es mucksmäuschen still, was tour groups sonst nicht gerade auszeichnet: stille zu sein! Auch die Perspektive von oben aus dem Flugzeug war überwältigend, wenn auch nicht annähernd so, wie das Erleben dort unten zwischen den Felstürmen mit all den Gerüchen und Vogellauten in der sehr warmen Sonne. Die Billabongs (kleine Gewässerreste aus der „wet season“) schufen eine Atmosphäre der Kühle und Erfrischung, allein schon des leisen, kühlen Luftzuges wegen, der über das Wasser hauchte. Es lohnte sich sehr, hierher wieder zu kommen, so wie ein älterer australischer Wanderer es uns erzählte, der seit 27 Jahren immer wieder hierher in die Bungles kommen „muss“.

Es gibt von Natur aus ganz besondere Orte („heilig“); die Bungles gehören bestimmt dazu. Man spürt es. Die Natur kann wirklich überwältigend sein an Schönheit, Erhabenheit, Einfachheit. Mit und ohne uns ist das hier seit über 20 Millionen Jahren so. Bilden wir uns also bloß nicht zu viel ein. - Karen war eine einfühlsame Begleiterin. Der Sunset noch aus dem Flugzeug war das I-Tüpfelchen auf diesen einzigartigen Tag.