Sonntag, 10. Mai 2009

Wunder der Pilbara

Samstag, 09.05.
Nicht dass ich keine Lust zum Schreiben oder Fotografieren mehr gehabt hätte – es stand einfach kein brauchbares Internet zur Verfungung – und auch kaum Zeit! Zuerst habe ich jetzt den doppelten Eintrag vorher korrigiert; gleich gibt es vielleicht auch noch Bilder (für die Diashow auf das kleine quadratische Bild klicken!).

Die lange Autofahrt am Samstag (knapp 7 Stunden mit Pause, 630 km) begann früh um 7 Uhr und brachte dann nach 3 Stunden einige Überraschungen. Sowie ich vom North West Coastal Hwy nach Osten abbog, ging es ins Gebirge! Also für Australien, zumal Westaustralien, ist die Hamersley Range der bestimmende Gebirgsstock der hiesigen Pilbara-Region. Er erstreckt sich über einige hundert Kilometer und gehört zu den ältesten Gebirgen Australiens und der Welt überhaupt, geschätzt 2 Milliarden Jahre mit Bergen über 1200 m. Hier liegt das Eisen noch massenhaft an der Erdoberfläche, ja ganze Berge sind aus reinem Eisenerz. Das macht den Reichtum der Region aus, denn dieses Erz wird in riesigem Tagebau in verschiedenen Minen abgebaut und mit der Bahn zu den Häfen (Karratha, Port Hedland) gebracht. Die gesamte Infrastruktur, Straßen, Energie- und Wasserversorgung, Bahnlinien, Siedlungsgebiete sind ursprünglich von den hiesigen Minengesellschaften (heute alles Rio Tinto) erstellt worden. Erst seit wenigen Jahren hat der Staat Westaustralien das meiste davon übernommen, und so wurde auch Tom Price von einer firmeneigenen Bergbausiedlung zu einer richtigen offenen Stadt. Noch immer aber gibt es Straßen, die nur der Minengesellschaft gehören; für die braucht man dann ein eigenes Permit. Tom Price ist gar nicht so öde wie vorhergesagt, sondern ist eine hoch gelegene Stadt (743 m) im Grünen; alles Notwendige ist vorhanden, einschl. Krankenhaus und Golfplatz. 50 km entfernt beginnt der Karijini NP; dessentwegen bin ich hier, und dorthin will ich dann morgen.




Meine Unterkunft in einer gut ausgestatteten Cabin auf dem Caravanplatz am Mt. Nameless hat einen eigenen Charme. Der Caravan Park liegt zwar ein paar Kilometer außerhalb, aber dafür mitten in der Natur mit schönem Ausblick und herrlicher Ruhe! Ich habe mich schnell daran gewöhnt und finde es eigentlich himmlisch hier, nicht nur wegen des lockenden Mt. Nameless (siehe Fotos)! Nur kühl ist es; am Tage waren es nur 25°, nachts habe ich seit langem zum ersten Mal gefröstelt (es waren 9° wie ich später erfuhr)! Dass ich in dem „Hitzeloch“ Tom Price einen Pullover brauchen würde, hätte ich nicht gedacht.

Sonntag, 10.05.
Karijini NP ist fantastisch! Ihr müsst die Bilder dazu sehen, damit ihr euch eine ungefähre Vorstellung von diesem zweitgrößten Nationalpark Westaustraliens – und WA hat viele große NP's – machen könnt. Das Prägende und Beeindruckende sind die „gorges“, die Schluchten mitten im Hochland der Hamersley Range. Es sind derer 6 – 8, je nach dem, ob man einzene Arme als selbständige Schluchten zählt. Ich habe zwei davon besucht, nicht nur vom „rim trail“ aus, also von oben, sondern ich bin in beide gorges hinunter gestiegen. Die Wege sind gesichert, aber durchaus anstrengend und anspruchsvoll.




Unten in der Gorge erschließt sich erst deren ganze Schönheit: das klare Wasser, ständig fließend (für die Aboriginals darum ein heiliger Ort), oft über einen Wasserfall sich in die tiefere Schlucht ergießend – besonders schön und oft fotografiert der Fortescue Fall, siehe Webalbum - , die Eukalyptushaine auf dem Boden der Schlucht, wo immer es möglich ist, und natürlich die unglaublich beeindruckenden roten Felsformationen, hunderte Millionen Jahre alt. Leider gibt es zu den Fotos keine Geräusche und keine Düfte, denn die gehören eigentlich dazu. Die Dales Gorge ist über asphaltierte Straßen erreichbar und darum viel besucht - und leider auch manchmal etwas laut, wenn tour groups sich da durch bewegen; es hallt ziemlich wider von den Felswänden. Ganz leise, was menschliche Laute angeht, war die kleinere, aber ganz anders ebenso beeindruckende Kalamina Gorge; sie ist nur über rote „graveled roads“, also Schotterstraßen erreichbar. Da es dorthin nicht allzu weit war (25 km), habe ich mich mit meinem kleinen Astra dorthin getraut und wurde überwältigt. Diese Ruhe dort, diese roten Felsen, in platten Schichten (manchmal blau gefärbt) auf dem Grund der Schlucht, über die das Wasser Stufe um Stufe fließt – einfach wunderschön. Man möchte stundenlang weiter wandern in diese Kilometer lange Schlucht hinein! War in der Dales Gorge der Pfad bestens markiert, geeignet für tour groups eben, so fehlte in der Kalamina Gorge jede Markierung; am Ausgangspunkt stand eine ausführliche Beschreibung der Wege, auf welcher Seite der Schlucht man am besten gehen könnte, wo die Seite wegen des Wasserlaufs zu wechseln wäre – und auf gings nach Pfadfinder Art. Das hat mir am meisten Spaß gemacht! Es waren auch kaum Leute dort, einfach wunderbare Natur pur. Durch die beginnenden Winterzeit (in Tom Price kann es sogar Nachtfrost geben) ist es auch mittags nicht besonders heiß, einfach sehr angenehm. Zum Baden luden ja den, der wollte, die verschiedenen natürlichen pools ein.

Für den Karijini Park brauchte man mehr als einen Tag; ich bedauere sehr, nicht wie ursprünglich gedacht 3 Nächte geblieben zu sein; Tom Price ist ein netter kleiner Ort, der Caravan Park idyllisch, und die Möglichkeiten des Karijini NP erfordern einfach mehr Zeit. Einen ersten Eindruck habe ich gewonnen. Und – ich habe den Mt. Bruce gesehen, den zweit höchsten Berg Westaustraliens. Die Bilderschau wird von ihm eingerahmt. Er lockt und ruft: Komm wieder! Besteige mich! (ja, es gibt natürlich einen 6 Stunden trail hinauf...)

Montag, 11.05.
Und heute in Port Hedland gibt es außer Hafen nicht viel zu sehen - aber es gibt wieder schnelles Internet!! - Auf der Herfahrt habe ich noch einiges von der wunderschönen Landschaft des Karijini gesehen; es ist ja ein riesiger Nationalpark. Pt. Hedland ist nur zum Übernachten, denn morgen kommt eine lange Fahrstrecke bis hinauf nach Broome!

Freitag, 8. Mai 2009

Whalesharks - wow!



Gestern gabe es einige Überraschungen. Ich traf morgens auf der Fahrt von Coral Bay her kurz vor Exmouth auf die Cape Range Tagestour, die ich eigentlich heute machen wollte, die aber verlegt wurde. Ich war in längere Nebenstraße abgebogen, um einen besonderen Lookout zu erreichen, der im Reiseführer erwähnt wurde. Dort traf ich eine Tour-Gesellschaft - „meine“, die ich eigentlich nicht erreichen konnte! Ich habe mich ihr spontan angeschlossen und das Auto später abgeholt. Von da an war der Tag ereignisreich; die Tour dauerte bis zum Sonnenuntergang gegen 6 Uhr am Leuchtturm – und dann noch die Heimfahrt nach Exmouth. Ich kam also erst ziemlich spät im Hotel hier an, ziemlich groggi, aber sehr glücklich, denn es war eine tolle Tagestour mit einem Tour Guide, der als westaustralischer Charakter fast fernsehreife Auftritte gab. Dazu die wild-romantischen Cape Ranges und die unglaublich schönen Strände – irgendwann werden die Bilder dazu im Netz zu sehen sein. Ein Höhepunkt war die Flussfahrt auf dem Yardie Creek in den Canyon hinein, mit Mangrovenbüschen und Fels-Wallabies. Dabei traf ich auf ein paar Deutsche, die extra wegen der Wahlhaie nach Exmouth gekommen waren. Da habe ich ich wiederum spontan entschieden, mich noch rasch bei einer Whaleshark Watching Tour heute anzumelden. Heute früh um halb 8 Uhr wurde ich am Hotel abgeholt.

Was soll ich sagen, es sprengte alles Vorstellbare. Es war großartig, wahnsinnig, einmalig! Da schwimmt man nur ganz wenige Meter neben diesen Riesenhaien her, schnorchelt durchs Wasser fast auf Hautkontakt-Nähe. Davor halten einen aber die tour guides ab, denn das Berühren der Fische ist wegen der Ansteckungsgefahr (dass Menschen die Haie infizieren!) für die Tiere zu gefährlich. Unglaubliche Erlebnisse! Nicht nur einen Wahlhai gab es dort fast an der Oberfläche zu sehen, es waren viele. Der größte, den wir ganz dicht sahen, war 10 – 12 m lang. WOW – welch wunderschöne Tiere. Der Bestand wird weltweit nur noch auf 600 Tiere geschätzt. Der Mensch: Das größte Raubtier und der schlimmste Feind der wunderschönen Wahlhaie. Es war wirklich ein unglaublich eindrucksvoller Tag. Wir gingen zum Schnorcheln bei den Haien so oft ins Wasser, bis wir kaum mehr schwimmen konnten vor Erschöpfung. Es war einfach „awesome“. Zum Glück bekam ich auch einen Wahlhai vom Boot aus prima vor die kleine Lumix-Kamera: Auch diese Fotos werden irgendwann im Picasa-Album und im Blog zu sehen sein!
Was diese zwei Tage in Exmouth gebracht haben, hätte ich mir vorher nicht träumen lassen!

Mittwoch, 6. Mai 2009

Ningaloo, Ningaloo


Die Ningaloo Reef Explorer Tour war klasse. Wasser traumhaft türkis und warm, die Korallenbänke ganz dicht an der Küste, toller Katamaran, der auch richtig segelte, sehr nette kleine Gruppe, viel Spaß und Ruhe und tolles Schnorcheln. Ich hab das zum ersten Mal gemacht (am Great Barrier Reef war ich scuba diving), und es war toll und hat mir sehr gut gefallen; sollte ich öfter machen. Die Korallen waren so ungeheuer nah, man musste um sie herum schwimmen, mitten zwischen all den bunten Fischen und Schwärmen. Auf einmal war da auch ein Riff-Hai, ca. 1,20 m lang, der versteckte sich im Schatten eines Riffs; als wir ihm zu dritt zu nahe kamen, haute er schnell ab. Auch eine neue Erfahrung: snorkeling zwischen Haien! Auf den Fotos, wenn sie denn im Web zu sehen sein werden, sind all die dunklen Schattierungen im türkisfarbenen Wasser hier Korallenbänke. Das “boomnet“ war ein reiner Spaß: Man legte sich in das große Netz hinter dem Boot, und dann ging der Katamaran mit hoher Geschwindigkeit ab: whirlpool hoch 10. Danach in der Sonne relaxen vor dem nächsten Schnorchelrevier. Ein wirklich fantastischer Tag, den ich nun erst mal im Schatten verbringen und bei einem guten Dinner mit einem feinen Wein (Shiraz, SA) ausklingen lassen will.

Dienstag, 5. Mai 2009

Blasende Löcher


Hu, mein gestrige Bericht war einigen doch ein bisschen zu heftig? Gehört dazu, obwohl ich ja sonst lieber Positives beschreibe, erstens weil das gelegentliche Negative nicht der Erwähnung wert ist, zweitens weil ich ein sonniges Gemüt habe und aus allen Gegebenheiten dieser Reise das Beste machen möchte. Es gab durchaus auch schon mal ein schlechteres Motel, aber das nächste war dann wieder spitze, so what?

Thema Essen und Trinken. Man kann in Australien sehr gut essen; die Küche ist meist vielseitig und am Meer natürlich dadurch geprägt. Was ich bisher an Seafood gegessen habe, war super. Bei Steaks war es unterschiedlich, wie Rindviecher halt sind... Erstaunlich finde ich, dass die Ozzis offenbar Müsli mögen, denn bei Woolworth (Lebensmittel) fand ich verschiedene Hersteller und sogar Großpackungen, teilweise mit deutschem Umlaut, meist aber „Muesli“ geschrieben. Gehört jetzt zu meiner Grundausstattung fürs Frühstück, sehr schmackhaft. Frisches Obst und Salate werden überall reichlich angeboten, man liebt Rohkost. Überhaupt scheinen die Westaustralier auch auf der Gesundheitswelle zu schwimmen, denn „eco“ und „organic“ ist überall in den Supermärkten breit vertreten. Das ist also dem Deutschen alles sehr vertraut.

Zum Trinken, speziell Alkohol: WA hat offenbar recht restriktive Gesetze, schrieb ich schon; Alkohol gibt es nur in „Bottleshops“. Die sind auch im kleinsten Ort vertreten, auch auf Caravan Parks, sind gut ausgeschildert (!) und haben die halbe Nacht auf. Neu für mich sind hier die „bottlemarts“ mit drive-through- Schalter, damit man für die Sixpacks Stubbies gar nicht erst auszusteigen braucht. Die „Stubbies“ sind auch eine australische Lieblingsflasche, eine gedrungene „Stubsflasche“ mit 375 cl. Dafür gibt es zum Kühlhalten aus Kunststoff die sog. „Stubby Holder“, siehe letztes Foto der heutigen Serie (wenn die denn irgendwann ganz hochgeladen ist). Die sind auch als Souvenirs sehr beliebt; ich habe mir einen solchen vom Old Pearler Restaurant gekauft, wie man sieht.

Coral Bay ist eine Badespaß- und Fun-Oase mit Resorts und Caravan Parks, mit der Hauptattraktion des nahen Ningaloo Riffs. Das werde ich also morgen auf einer 4-Stunden-Cruise erleben, bin gespannt.

Montag, 4. Mai 2009

Fleischliches


Fahrtag, wenn auch nicht allzu weit, nach Carnarvon, ca. 350 km, zur Gascoyne Region. Man kann hier wirklich eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 100 km/h annehmen: Man darf 110 km/h höchstens fahren, da es aber ganz selten Anlässe gibt, die Geschwindigkeit zu drosseln (zu überholende trailor), kommt die hohe Durchschnittsgeschwindigeit zustande. Es gibt keine Berge, nur leichte Steigungen gelegentlich; es gibt keine Kurven, sondern gelegentlich nur weit angelegte Richtungsänderungen; es gibt keine Ortschaften. Wirklich keine. Da fährt man 350 km und da gibt es nur ab und an alle 150 – 200 km ein Roadhouse, also eine Tank- und Raststätte. Sonst nichts. Wirklich nichts. Weites Land. Nicht einmal Amerika kennt solche Weiten, wie es sie im zentralen und westlichen Australien gibt. Ab und an (wie heute) stelle ich mal ein Foto aus „Fahrersicht“ (die kleine Lumix machts möglich) ins Webalbum, aber diese Aussichten müsst ihr euch für Stunden wenig wechselnd vorstellen. Jedenfalls war das heute so. Der Reiseführer machte schon auf eine langweilige Fahrstrecke aufmerksam. Aber auch Weite fasziniert!

Langweilig stimmt übrigens nicht ganz. Es gab immer mal Abwechslungsreiches zu beobachten, ok, ich gebe zu: nicht von der schönsten Art. Ich meine die „Fleischbank“ neben der Straße. Es gab einen längeren Abschnitt durch noch recht üppiges Buschland (später wurde es karger), da waren die Seitenstreifen und auch bisweilen die Fahrbahn mit Tierkadavern regelrecht gepflastert. Zuweilen lag frischer Verwesungsgeruch über der Straße, wenn es in der Nacht „Frischfleisch“ gegeben hatte. Meist waren die Opfer Känguruhs, aber auch wilde Ziegen. Man konnte sie in allen Phasen der Vergänglichkeit sehen: Nur noch Knochenreste, durch die Sonne getrocknete Fell- und Knochenhaufen („Mumien“), frische Kadaver, an denen die Raben kräftig pickten und zerrten, und noch unversehrte frische Tierleichen, die eben erst von Vögeln inspiziert wurden. Alle Innereien wurden von den Rabenvögeln offenbar restlos ausgeweidet; was übrig blieb, waren eben die Fell- und Knochenreste, die die Sonne mit der Zeit verbrannte. Ein hoher Tribut des Highways, der offenbar vor allem von den Roadtrains verursacht wird, die auch nachts mit hoher Geschwindigkeit über den Hwy. brettern. Was denen vor die Ramme kommt, kann nicht überleben. Immer wieder erstaunlich fand ich, wie genau Raben die Geschwindigkeit sich schnell nähernder Autos abschätzen können: Sie fliegen immer von den Kadavern auf dem Asphalt rechtzeitig weg; ich habe keinen einzigen toten Vogel gesehen, dafür umso mehr lebende Raben. Dieses reichliche Frischfleisch neben der Chaussee kann offenbar ganze Rabenkolonien ernähren. - Beobachtungen am Rande der Straße!

Radioempfang gibt es unterwegs auch kaum, höchstens einen Sender, dessen Masten man entlang des Hwys sehen kann. Neben dem Hwy verläuft ohnehin oft eine zweite Spur: das Energie- und Kommunikationskabel, meist in Aussi schon als Glasfaser. Darum ist Internet bisher überall als Breitband verfügbar, toll. Auch die Energieversorgung ist überall top. Der moderne Mensch hat seine Spuren sehr deutlich gelegt im Outback. Ob sie allerdings auch so beständig sind und so lange halten wie die Spuren (Felsmalereien) der Aboriginals, ist eine andere Frage. Ich habe mich mit einigen CDs eingedeckt. Die gibt es hier sinnvollerweise an den Tankstellen.

Sonntag, 3. Mai 2009

Ein Fest für die Sinne


Die heutige Tour in den Francois Peron NP war ein Fest für die Sinne, insbesondere die Augen. Diese Farben! Eigentlich gab es auf dem langen Ende der Halbinsel ja wenig Spektakuläres zu sehen. Falsch gedacht. Was sich an Formen und Farben der Landschaft und des Meeres vor einem auftat, war wirklich atemberaubend. Marvelous – seht selbst! Obwohl die Bilder nur einen ganz kleinen Eindruck wiedergeben von der Weite der Aussicht, dem Geruch und Gehör und vor allem von dem außergewöhnlichen Licht, das hier an der Spitze dieser Landzunge Cape Peron herrschte. Diese intensiven Farben, man glaubt es kaum: alles echt auf den Fotos. Dazu Haie im Wasser sowie Stachelrochen, jede Menge spielender Fische, sogar einen Dugong konnten wir sichten! Das Foto, das mir dazu 'gelang', ist allerdings nur was für Eingeweihte, weil es darauf so gut wie nichts als Wasser zu sehen gibt. Darum ist es in dem Webalbum auch nicht enthalten. Man kann vielleicht bei den Fotos ein wenig ahnen, was es dort wirklich 'live und in Farbe'  in vielen wunderbar intensiven Farben zu sehen und zu erleben gab.

Wir waren eine kleine Gruppe zu 3 Personen, außer mir noch ein junger Brite, der von der Sprache her für mich kaum zu verstehen war, und eine ebenso junge Deutsche, die als Werkstudentin seit 2,5 Jahren in Australien lebt und den hiesigen Akzent absolut gut drauf hatte. So sprachen auch wir beide miteinander nur englisch – verrückt. Allmählich traue ich mich auch, mich einfach einzumischen und mit zu unterhalten; ich werde da auch sprachlich immer sicherer (muss nicht unbedingt heißen: besser...) und eigne mir vieles von der Sprache by doing an. Macht Spaß, und die Erfolgserlebnisse überwiegen die Misserfolgserlebnisse (dann fehlt einem einfach wieder der richtige Ausdruck und man stammelt) bei weitem. Der Tag war also einer von den ganz guten, zumal das Dinner in dem Shellstone-Restaurant („Old Pearler“) hinsichtlich der dargereichten Meeresfrüchte absolut nichts zu wünschen übrig ließ: Es war rundrum ein Genuss und damit der würdige Abschluss eines fantastischen Tages.

Samstag, 2. Mai 2009

Spuren der Vergangenheit


Eine Fahrt durch eine immer mehr dem Outback gleichende Landschaft ist schon eine besondere Sache. Mich fasziniert die Weite und scheinbare Eintönigkeit, die doch beim näheren Hinsehen voller Vielfalt insbesondere der Flora ist; die Fauna sehe ich natürlich beim Durchfahren weniger, abgesehen von den häufigen Emu-Gruppen, die auf den Parkplätzen nach Fressbarem suchen. Ich liebe diese karge und doch reiche Landschaft, sie schlägt mich wieder voll in ihren Bann. Wenn dann noch wie bei der Zufahrt zur Shark Bay ab und zu der Ozean blau dazwischen blinkt, dann ist das Glück fast vollkommen.

Es gab wirklich viel zu sehen. Die Stromatolithen der Hamelin Bay sind zwar als solche auch noch nicht so alt, erst nach der letzten Eiszeit vor ca. 6000 Jahren entstanden, aber die Lebensform, die sie repräsentieren, Cyanobakerien, gehören zu dem Ältesten, was wir überhaupt an Lebewesen kennen. Sie haben erst den Sauerstoff in der Atmosphäre geschaffen, der dann Grundlage allen weiteren Lebens wurde. Diese Lebensform nun immer noch aktiv am Werk zu sehen (siehe die Bläschen!), das macht schon ganz eigene Gefühle, als ob man der Schöpfung direkt im Rückblick zuschauen würde. So ging es mir auch bei den roten Felsschluchten des Murchison, die immerhin eine Zeit zeigen, in der es noch keine Lebewesen unserer Art auf Erden gab. Über solche Steine läuft man nun... Die Ausblicke auf die Shark Bay sind großartig. Monkey Mia kann man allerdings vergessen, das ist nur ein großes Resort, das von der Attraktion der morgendlichen Delfin-Fütterung lebt; ich habs gesehen, mehr muss ich nicht sehen; Bilder davon zeige ich keine, lohnt sich nicht.

Interessant ist die Region als Weltkulturerbe wegen ihres besonderen Artenreichtums. Man hat vor der Halbinsel, auf der Denham liegt, einen Elektrozaun gezogen (siehe Fotos), der nicht-lokale Tierarten fernhält; die wilden Katzen, Füchse und Kaninchen wurden vor Jahren beseitigt. Seitdem werden hier bevorzugt diejenigen Beuteltiere wieder angesiedelt, die in Australien heimisch, aber schon fast ausgestorben waren. „Projekt Eden“ heißt das Ganze sinniger Weise. Davon werde ich morgen bei dem Tagesausflug in den Francois Peron NP sicher mehr erfahren, gilt er doch hier als das besondere Kleinod dieser Gegend, der allen Reichtum der Flora und Fauna der Shark Bay enthält. Und die Muschelbänke sind auch sehenswert! Ich habe heute in einem der wenigen existierenden Häuser (Old Pearler restaurant) gebaut aus Muschelstein zu Abend gegessen. 

Thema Wasser: Die ältesten Settler bohrten im 19. Jahrhundert so tief, bis sie in knapp 500 Meter Tiefe auf Wasser stießen: artesische Brunnen lieferten nun das Tiefengrundwasser, das weite Teile des australischen Kontinents erfüllt. Dieses Reservoir ist natürlich endlich, das haben die Australier auch rasch erkannt. Darum gibt es immer mehr Projekte zur Wasser-Rückgewinnung, so wurde es in Kalbarri im Hotel erklärt (Trennung von Trink- und Brauchwasser), aber auch wie hier in Denham Entsalzungsanlagen, die das Trinkwasser aus dem Meer liefern. Dazu gibt es hier im Resort einen eigenen Handzettel, der das erklärt und dazu auffordert: „Please use our water wisely!“ Wasser wird als wichtige Ressource ins Bewusstsein gerückt, in dieser trockenen Region ganz besonders, in der man schon immer kostbares Regenwasser in Zisternen sammelte (so die „stations“, also die Farmer).  Daher lebe ich hier auch im Bewusstsein dieser riesigen Vergangenheit genau mitten in der Gegenwart und bin jetzt für eine Zeit lang Teil dieser ganz besonderen und einzigartigen Welt.

Freitag, 1. Mai 2009

Kalbarri Gorges


Heute also große die Canoe Tour. Ich warte auf den pick up. Nichts geschieht. Der Mann vom Hotel-Service, der zufällig vorbei kommt, kennt den operator = Veranstalter und ruft an: Nein, diese ganze Woche war keine solche Tour geplant. Da hätte das Visitor Center wohl Mist gebaut! Ich zum Visitor Center; natürlich hatte der tour operator Mist gebaut, so die Lady dort. Mein Hinweis, dass ich vor 2 Tagen sofort nach meiner Ankunft extra hier im Visitor Center war und nachgefragt hatte, ob mit der Tour alles ok sei und mir dies bestätigt wurde, ich sogar noch einen neuen Ausdruck mit allen Einzelheiten der Tour erhalten hätte, beantwortete sie ungnädig, ich habe die Tour wohl online gebucht und außerdem viel zu früh. Damit war klar, ich war Schuld... Eine andere Tour fände auch nicht mehr statt heute, denn dafür sei es um 9 Uhr viel zu spät. Ach, hätte ich nicht gedacht. Nun, irgendwann hat sie sich dann doch noch zu dem Zugeständnis bewegen lassen, dass ihr die „troubles“ leid täten. Wenigstens bekam ich mein Geld anstandslos zurück. Also umdisponieren und den „wilden“ Teil des Kalbarri Parks auf eigene Faust erkunden!

Das entpuppte sich dann als Glücksfall. Was ich in den nächsten Stunden nach rattenscharfer Fahrt auf der Sandpiste (Tags zuvor hatte ich mich noch nicht getraut, heute war mir das egal... 35 km eine Strecke sind doch ein Klacks! Tempo 70 ist sogar ideal, dann rüttelt es am wenigsten) an Aussichten und Kletterwegen gesehen und erkundet habe, hätte keine Tour besser zeigen können. Der Abstieg am Z-Bend an den Murchison hinunter war ein tolles Erlebnis, unten fand ich einen idyllischen und gewaltigen Ort. Außer dem Pärchen (die „Nixe“) habe ich dort weder rauf noch runter jemanden gesehen. Dafür war es am Loop recht voll, aber auch nur bis zum großen „nature's window“, dann wurde es steiler und felsiger, und kaum einer ging weiter. Leider war es von der Tageszeit her schon etwas spät, so dass ich mich den ganzen Weg des loops (8 km) nicht mehr getraut habe, weil ich unten in der Schlucht genau während der hohen, heißen Mittagszeit gewesen wäre. Aber die Wegstrecke über die cliffs war schon schön genug – und am Fluss war ich dann ja am Z - bend. Es war also ein wirklich gelungener Ausflug, und ich konnte mich dann am frühen Nachmittag sehr befriedigt unter Eukalyptus und Palmen im hiesigen Pool relaxen; was kann nach solchen Kletterpartien schöner sein?

Wenn es letztlich auch nicht schlimm war, dass die gebuchte Exkursion ausfiel, ich werde beim nächsten Visitor Center noch deutlicher nachfragen, ob der operator die tour wirklich durchführt! Man lernt – und improvisiert, geht doch! - Und dann wieder der wunderschöne Abend, dieses Licht, wenn die Sonne nur noch wenig über dem Horizont steht und alles von seiner schönsten Seite zeigt, angestrahlt von einem goldenen Licht, das das Grün noch grüner und das Blau des Wasser noch blauer werden lässt. Mir fiel heute bei der immer noch gewaltigen Brandung auf, dass die Welle an ihrem Kamm in dem Moment grünlich durchsichtig wird, ehe sie bricht – wenn denn die Sonne von hinten durch die Woge scheint. Sieht toll aus! Das wird auf den Brandungsfotos nicht so deutlich, weil ich da mehr auf die spritzende Gischt geachtet habe. Nach dem Dinner werde ich wieder den fantastischen Sternenhimmel bewundern können und natürlich das Kreuz des Südens finden! Tagsüber sieht man es ja auf den australischen Flaggen. Die Inbrunst, mit der US-Amerikaner ihre Flagge zeigen, findet man hier allerdings nicht; da ist Aussiland der britischen Zurückhaltung etwas näher, wer weiß? Ist gut so, und ich fühle mich sehr wohl hier.

Donnerstag, 30. April 2009

Klima und Zeit


Mal etwas zum Klima und zum Wetter hier. Die Region um Perth zählt zur mediterranen Zone, selbst Kalbarri rühmt sich noch seines mediterranen Klimas. Der Übergang in die Subtropen ist fließend und mehr eine Sache der Defintion. Meine übernächste Station, Exmouth, liegt dann schon jenseits des „tropic of capricorn“, des Wendekreises des Steinbocks und also in den „Tropen“, Monkey Mia liegt nicht weit davor. Man merkt deutlich den steilen Anstieg und Abfall der Sonne; es gibt nur eine kurze Dämmerung, und sie wird immer kürzer, je weiter ich nach Norden komme. Da es hier auf den Winter zu geht, hat der helle Tag nur ca. 11 Stunden: Die Sonne geht hier gegen 7 Uhr auf und um 18 unter; abends ist es dann rasch stockfinster. Darum spielt sich hier das „Leben“ auch früher ab: Geschäfte öffnen teilweise schon um 6:30, schließen aber schon um 5 Uhr nachmittags. Dinner gibt es in der Regel zwischen 6 und 8 Uhr abends. Um 9 Uhr herrscht hier überall absolute Nachtruhe. Dafür wird es dann spätestens um 7 wieder sehr lebendig, besonders auf dem benachbarten Caravan Park! Diese Tageseinteilung der Zeit wird sich gegen Norden = Tropen allenfalls noch verstärken: Die Länge des Tages wird dann bei 11,5 Stunden liegen, dafür wird es noch weniger Dämmerung geben: Es wird hell, die Sonne geht auf, es wird heiß. Die Sonne geht unter, es wird schnell ganz dunkel und manchmal kühl. Hier ist heute nachmittags ein starker Südwestwind, fast Sturm, aufgekommen, der es abends hat empfindlich frisch werden lassen. Ich bin froh, im warmen Zimmer zu sitzen, draußen auf der Terrasse ist es zu kalt für Shorts und T-Shirt! Dazu passt die kleine Bildserie von der heute wirklich beeindruckenden Brandung; die letzten 6 Fotos sind abends mit der kleinen Lumix aufgenommen.

Es wird heiß am Tag; heute hatten wir über 30°, und das wird noch zunehmen, besonders bei meinem Abstecher ins Landesinnere, nach Tom Price. Mal sehen, was morgen der Wind macht und ob es wieder so heiß wird, wenn es in die Canyons des Murchison River geht; nicht ganz so heiß wäre da schon nicht schlecht. Da hier an der Küste abends aber immer ein frisches Lüftchen weht, ist es nie unerträglich, zumal die Wärme ja sehr trocken ist, keine Spur schwül. Das macht sie andererseits so gefährlich, besonders bei Ausflügen im Landesinneren wie heute im Kalbarri NP: Man merkt die Hitze nicht richtig, weil man nicht schwitzt. Natürlich schwitzt man, kräftig sogar, aber man wird dabei nicht feucht oder gar nass; die Feuchtigkeit trocknet sofort. Darum sind ja auch die Fliegen so hartnäckig, etwas von der Körperflüssigkeit zu erhaschen, ehe sie sogleich verdunstet ist. Also muss man trinken, ehe man durstig ist, weil für uns Europäer das Warnzeichen „Schweissnässe“ fehlt. Das ist dann schon sehr eine Sache der Vernunft bzw. des Gewöhnens, weil die eigenen Sensorien sich dafür noch nicht umgestellt haben. Trotz vieler Warnungen und Hinweise kollabieren Touristen immer wieder, weil sie einfach zu wenig trinken. Nun, ich halte mich an den Rat und trinke abends gerne ausreichend „VB“ … ;-)

Erstaunlich: Ich bin schon mehr als 2 Wochen unterwegs? Ich ahnte es: Die Zeit rast!

Have a break


Das ist heute einer der schönsten Morgen, die ich bisher in Australien hatte. Ich sitze früh vor meinem kleinen Appartement auf der Terrasse neben der Tür, sehe die Sonne empor steigen, höre dem Geschnatter der Papageien zu, die sich über mir in den Palmwipfeln offenbar gegenseitig ärgern, sonst ist völlige Ruhe; es sind kaum Gäste da. Ich war früh einkaufen (der kleine Supermarkt öffnet um 7); eigentlich suchte ich ein Cafè fürs Frühstück, aber die öffneten erst um 8. Ich erinnerte mich, dass ich ja eine kleine Küche in dem Appartement habe, darum kaufte ich mir meine Sachen selber. Die sind hier auf solche Durchreisenden sowie Camper eingerichtet, denn es gibt alles auch in kleinen Mengen, selbst Müsli haben sie hier, „original Schweizer Art“. In der kleinen Pantry bei mir ist tatsächlich alles vorhanden, vom Wasserkocher, Toaster bis hin zum Geschirrtuch und Trockentuch; sogar etwas Spülmittel fand ich fein säuberlich in einer kleinen Plastikflasche abgefüllt. Kaffee und Tee sind sowieso immer „complimentary“, also frei, Nescafe zwar, aber was solls. So sitze ich und frühstücke hier gemütlich und in Ruhe, denn jetzt kommt das Allerschönste: Ich habe heute Pause. Keine Fahrtstrecke auszusuchen, keine Exkursion, nichts, einfach nur dem schönen Tag entgegensehen. Nachher schaue ich mir natürlich den Kalbarri-Nationalpark näher an, aber das ist nicht weit zu fahren (35 km), und ich habe den ganzen Tag Zeit!

Die Schluchten des Murchison in der kargen Buschlandschaft sind schon beeindruckend. Morgen werde ich bei der Canoe-Tour noch mehr davon sehen und auch die Perspektive auf den Fluss selbst legen. Aber schon heute ist es eindrucksvoll, wieviel Wasser der Murchison immerhin führt; es muss sein Tal wie eine lange Oase wirken in der sonst so trockenen Buschlandschaft der recht flachen Ebene des westaustralischen Küstenstreifens. Klar, dass dieser Fluss bei der Urbevölkerung, den Nandas, eine ganz besondere Rolle gespielt hat. Er tut es in gewisser Weise ja noch heute, denn es ist der letzte größere Fluss im Norden.

Mittags konnte ich beobachten, wie der frische Lobster von den Booten ausgeladen und in den Kühlwagen verfrachtet wurde. Eigentlich heißt er Rock Lobster, und eigentlich ist es auch kein richtiger Lobster, sondern eine Riesengarnele, in Australien meist Crayfish genannt, denn diesem „Lobster“ fehlen die typischen Zangen. Rock Lobster sieht aus wie eine große Krabbe. Aber hier heißt es sehr ausdrücklich „Lobster“, na gut. Neben dem Tourismus ist das hier der einzige Broterwerb im Ort, wobei der Tourismus inzwischen bei weitem überwiegt. Es gibt mehrere große Caravan Parks, dazu eine ganze Reihe Resorts, die zur Winterfrische einladen: Denn das ist Kalbarri für die zumal ältere Bevölkerung von Perth. Ein wirklich netter Ort mit schönem Strand und einer Reihe Lokalitäten; ich brauche mir also über das Dinner keine Gedanken zu machen!

Und der Rest heute (31°) heißt: Pool, Palmen, Pause!!!

Mittwoch, 29. April 2009

Alien in Australien


Heute gings durchs herbstlich schöne Chapman Valley (Wein und Weizen) Richtung Kalbarri und gleichnamigen Nationalpark. Die wenigen Bilder (wegen geringer Bandbreite zum Upload) geben einen kleinen Eindruck, wie imposant und fantastisch diese Landschaft ist: wie im Film. Vielleicht dazu mal gleich etwas Persönliches: Es kommt mir vor, als bewege ich mich in einer völlig anderen Welt und werde dadurch auch zu einem ganz anderen. Es ist weniger dies: „Wach ich oder träum ich?“ als vielmehr das Gefühl, selber Teil einer ganz anderen Welt, eines ganz anderen Planeten zu sein – awesome. Man fühlt sich selber anders; bin ich hier noch derselbe, der ich vor ein paar Wochen in Kempten oder vor ein paar Monaten in Minden war? Mein Verstand sagt: Ja, natürlich. Mein Gefühl: nie und nimmer bist du derselbe! Alles um dich herum ist anders, und damit bist auch du selbst ein anderer in einer anderen Zeit und in einer anderen Welt. What's real?

Nun mal wieder zurück zum Praktischen. Wie lebt man so als „alien“ in Westaustralien? Aus dem Koffer. Das wird schnell zur Routine, was wohin gehört (einpacken = 10 Minuten höchstens) und wie alles am besten und einfachsten im Auto verstaut wird. Das Auto entwickelt sich dadurch auch zu einem sicheren Aufbewahrungsort (= Restmüll?). Da landet erst mal alles drin. Immerhin gilt es auch, den regelmäßigen Check durchzuführen, was man alles an Wichtigem am Leibe oder nahe dran trägt: Pass, Kreditkarten, Autoschlüssel (man hat nur einen!!) ... Dann die Technik: Alles wieder eingepackt an Ladegeräten und Kabeln für das Handy, die Kameras, den GPS-Logger? Chipkartenleser dabei? Notebook gut im Rucksack verstaut? Wasser kaufen, Bananen, Packung Kleenex für die Finger. Ach ja, etwas Vorrat VB (Victoria Bitter = Bier) nicht vergessen.Und dann natürlich die Karte und den Reiseführer lesen, damit ich auch weiß, wohin es denn nun überhaupt geht. Manchmal muss ich wirklich zwischendurch anhalten, um mich erst einmal genauer zu orientieren, wie denn die nächsten Orte heißen, wie genau die Route verläuft, welchen Abstecher ich vielleicht fahren möchte. Der Rest ist gottseidank spontan, und das Spontane bringt dann alles wieder völlig durcheinander, und irgendwann guckt man wieder auf die Karte: Wo bin ich jetzt genau? Und dann auf die Uhr: Wieviel Zeit habe ich denn heute noch? - - - Zeit. Die rast. Glaubt nicht, dass ich viel Zeit habe. Würde ich nicht dies alles aufschreiben, dann hätte ich nicht mehr, sondern noch weniger Zeit. Das Nachdenken und die Rückbesinnung auf den Tag geben ein bisschen Struktur in das Ganze. Und das ist gut so. Gut auch, dass ich morgen quasi einen “freien“ Tag habe: keine Autofahrt, keine gebuchte Tour, nur Reinhart und das weite Australien! Na ja, genauer gesagt sehe ich mir mit dem Auto den Kalbarri NP auf eigene Faust an...

Dienstag, 28. April 2009

Pinnacles


Heute war es es wieder ein wundervoller Morgen: Um 6:30 Uhr ist es hell, gleich danach geht die Sonne auf. Klarer blauer Himmel, die Luft ist noch sehr frisch, so dass man meint, eine Jacke zu brauchen, und es regt sich kein Lüftchen. Kaum ist die Sonne ein bisschen höher gestiegen, also gegen halb 8, dann wird es sehr schnell warm und immer wärmer. Letztlich braucht man aber keine Jacke, denn ehe man überhaupt anfängt zu frösteln, ist schon die heiße Sonne da. Ja, es wird wirklich ganz fix heiß! Mittags waren es 28°. Gut dass der Ausflug in den Nambung NP zu den Pinnacles gleich morgens war, denn bei den Felsnadeln ist so gut wie kein Schatten, dazu noch der reflektierende Sand. Nach 11 Uhr sollte man da weg sein – war ich auch. Ich hatte das Glück einer Spezialführung durch Mike ganz für mich alleine. Es ist sehr interessant zu erfahren, wie diese Nadeln aus „Limestone“, als Kalkstein (Calcium-Carbonade) , entstanden sind, nämlich offenbar nicht als Meeresablagerung, sondern als trockene Sandablagerung und Verdichtung während der Eiszeiten. Die Nadeln selber sind dann durch Erosion geformt und werden es noch: das „Sandstrahlgebläse“ des Dünenwindes arbeitet immer weiter! Alte Nadeln verschwinden, neue kommen zum Vorschein, ein interessanter Prozess, den es den gesamten Küstenstreifen entlang gibt, hier nur besonders ausgeprägt und schön gelegen und darum so sehenswert.
Viele Kängurus sind uns heute Morgen auf und neben der Straße begegnet, zum Glück ohne Unfallgefahr. Auch Emus waren unterwegs, aber ich habe sie noch nicht hinreichend klar aufs Foto gekriegt. Dafür entdeckte Mike einen sehr seltenen Vogel und war deswegen ganz aus dem Häuschen – Mike meine ich. Den „Bustard“ habe ich dann doch ganz gut erwischt. Es ist kein Wasservogel, sondern ein typischer Buschlandvogel, der es mit dem Überleben nur schwer hat. Darum ist er hoch geschützt. Adler haben wir auch wieder kreisen gesehen auf der Suche nach Beute. Die vielen kleineren Singvögel hier kenne ich natürlich alle nicht; es sind ganz andere Arten als bei uns mit oft sehr buntem Gefieder, erst recht bei den Kakadus und Papageienarten! Die werde ich allerdings erst weiter im Norden öfter antreffen.
Nach einem Tässchen Kaffee am Strand von Cervantes machte ich mich dann auf meine nächste Etappe, die ca. 120 km nach Geraldton. Da ich den Küstenstreifen zum Teil schon vom Vortag kannte, bin ich recht zügig weitergefahren und habe nur in Port Denison – Dongara Mittagspause gemacht. War ein hübsches Örtchen, was man von Geraldton (die groesste Stadt noerdlich von Perth!) nicht unbedingt sagen kann. Diese Station ist wirklich nur zum Übernachten gut; allerdings sind die umliegenden Straende fantastisch, ebenso der markante Leuchtturm - ich liebe Leuchttuerme! Nach Kalbarri geht es morgen weiter: In den Kalbarri NP und zum Murchison River Abenteuer!