Montag, 25. Mai 2009

Darwins Schätze


Dienstag, 26.05.
Darwin war noch mal etwas zum Genießen: die Sonne, die Wärme, das Grün der Palmen und Banyans und das Blau des Wassers in der Timor Sea. Darwin ist sehr tropisch – locker, eine Stadt, die sich gewaltig herausgeputzt hat (neue Waterfront!) und viele neue Appartmenthäuser aufweist. Man bummelt gemütlich durch die Stadt, besucht die Strände (zum Baden noch zu früh, erst ab Mitte Juni wird es sicher) und Parkanlagen, eine Stadt im satten Grün und hellen Licht der Tropen mit einer durchaus wechselvollen Geschichte: Luftangriff und Invasion (!) der Japaner im Frühjahr 1941 und dann 1974 der Zyklon Tracy, der Darwin fast völlig zerstörte. Heute ist die Stadt so friedlich wie nur möglich und sehr umweltbewusst, zugleich ein Zentrum der Aboriginal-Kultur. Besonders das Museum für Kunst und Geschichte ist sehenswert und zeigt wirkliche Meisterwerke des modernen Australien, speziell des Nordens und seiner Bewohner. Die aboriginal art ist wirklich ein eigener Faktor in der Bewertung der Ureinwohner, und ich muss da mein früheres Urteil etwas modifizieren bzw. ergänzen. Das hier ist absolut sehenswert und faszinierend. Insofern war auch diese Station in Darwin für mich von besonderer Bedeutung. Man lernt eben nie aus. In der dry season lässt es sich hier jedenfalls vorzüglich leben!

Crocs, crocs, crocs


Montag, 25.05.
Auf dem Weg nach Darwin bin ich nochmals abgezweigt in Richtung Kakadu Nationalpark, weil es halt so schön war in der wilden Natur und ich noch Zeit hatte, und habe den Aussichtspunkt „Window on the Wetlands“ besucht und ähnliche Fotos wie vor 5 Jahren gemacht – zum Vergleich: jetzt dry season. Dann gabs noch Krokodile satt, also die „bösen“, die Salzwasser- oder Leistenkrokodile, die halt alles fressen, was ihnen zwischen die Fressklappen kommt. Es war eine Bootsfahrt auf dem Adelaide River, und auf dem oberen Deck fühlte man sich doch sicherer als unten (was auch nicht erlaubt war). So nah und groß habe ich Salties in freier Natur noch nie gesehen, dazu die wunderschönen Adler, die natürlich nur wegen des Futters so nahe heran kamen. Schön war es aber wirklich, und sehr interessant, was über diese Tiere so erzählt wurde. Ich habe die Infos live gehört – ihr könnt ja Entsprechendes bei Wikipedia nachlesen, wen es denn interessiert. Es sollte eigentlich interessieren, denn die Salzwasserkrokodile Australiens leben hier seit 200 Millionen Jahren – solange haben wir Menschen noch nicht überlebt: ob wir es werden? Sie gehören hier her, wie betont wurde. Gut dass sie geschützt sind, gut auch, dass solche touristischen Unterhaltungsfahrten (klar, es war entertainment) dazu genutzt werden, für den Erhalt und Schutz dieser außergewöhnlichen Lebewesen zu werben. Ich fands gut. Das war der wirkliche Abschluss in und von der Wildnis.

Am "Top End"


Samstag, 23.05. - Eine Liebeserklärung -
Die Katherine Gorge war schon klasse, ein wirklich beeindruckendes Erlebnis, mit dem Boot da durch zu fahren, anders kann man sie auch gar nicht erreichen. Ich habe sie zum zweiten Mal gesehen, aber vor 5 Jahren war ich noch am Ende der „wet season“ dort, und damals war der Wasserstand ca. 10 m höher, da sieht natürlich alles ganz anders aus. Die gewaltigen Katarakte gab es jetzt nicht, dafür eine umso gewaltigere Gorge: 10 m tiefer gelegt. Zur höchsten Zeit der „wet season“ liegt der Wasserstand 12 – 15 m, manchmal auch mehr, darüber. Wo jetzt hohe Felsen aus dem Wasser ragen, waren damals wilde Stromschnellen, also eine völlig andere Gorge. Das ist aber typisch für das „top end“ Australiens (so wird die Gegend hier genannt), dass die Landschaft in der „dry“ oder der „wet season“ eben völlig anders aussieht. Das gilt ebenso für den Kakadu NP oder den Litchfield NP wie für das Land und die Nordküste insgesamt. Ein bisschen was davon habe ich ja damals im März gesehen und sehe es jetzt Ende Mai ganz anders wieder. Schon interessant! Die Bilder von der Katherine Gorge folgen gleich, es sind wieder sehr gute darunter.

Ja, die große Westaustralien - Fahrt neigt sich dem Ende zu; ich bin ja schon nicht mehr in WA, sondern im NT, dem Northern Territory. Dies ist kein eigener Staat wie alle anderen Länder Australiens, sondern direkt von Canberra verwaltet; immerhin haben die 200 000 Einwohner des NT aber ein eigenes Parlament und möchten ein Bundesstaat werden. Heute bei der Autofahrt von Katherine zum Lake Bennett wurde mir schon deutlich bewusst, dass dies die letzte 'längere' Strecke von 240 km war, die ich selber in Australien „going north“ fahren würde, denn am Montag sind es dann nur noch 120 km bis Darwin, eine gute Stunde. Der Kilometerzähler meines Holden Astra zeigt jetzt schon rund 6.500 km gefahrene Strecke seit Perth an; dazu kommen noch 650 km, die ich mit dem 4WD gefahren bin. Es werden also mehr als 7.000 km sein, die ich im westlichen Australien tatsächlich gefahren bin; mit vielleicht 5.000 km hatte ich gerechnet... die Kilometer bei den Touren in die NP's hinein, die ich nicht selbst gefahren bin, mal ganz beiseite gelassen (geschätzt und überschlagen auch noch einmal ca. 1.000 km). Daran erkennt man auch, wie groß und weit Australien ist; 100 km sind im Westen gar nichts, also etwas ganz Nahes, so wie bei uns 10 km. Ja, das passt als Vergleich recht gut. Noch liegt der schöne Litchfield Park vor mir („ein bisschen etwas von ganz Nord-Australien“, so die eigene Werbung), aber es ist ein Abschiednehmen von diesem bezaubernden Land. Ich freue mich darauf und werde ihn umso mehr genießen, ebenso wie dies wundervolle Resort hier am Lake Bennett, was mit „wilderness“ aber nur noch recht wenig zu tun hat, wenn ich es mit den Kimberley und El Questro vergleiche. Vor fünf Jahren kam mir Darwin und das südlich folgende Gebiet über Katherine bis Alice Springs als purer Outback vor; jetzt kann ich nur müde lächeln und mich über die intensive Zivilisation und die Menge der Touristen wundern, die hier mit ihren Trailern und Vans herum fahren. Echt Stress ist das...

Outback gibt es wirklich nur noch abseits der großen befestigten Straßen (z.B. die „Canning Stock“ Route) im westlichen Zentrum und eben in den Kimberley. Ein kleines bisschen davon habe ich noch erhascht, bevor auch dieses verschwinden wird. Mehr und mehr Straßen auf den großen Touristenrouten werden asphaltiert, weil der Tourismus es erfordert (und ich es ihm danke!) und weil die Unterhaltung asphaltierter Straßen bei höherem Verkehrsaufkommen einfach billiger ist als die „graveled roads“, die Naturstraßen, die natürlich auch gepflegt werden müssen. Immer mehr Gebiete werden für den Tourismus erschlossen, und es sind Traumregionen, die da auf Besucher warten. Nur „offroad“ wird immer noch ein Stück Wildnis bleiben, denke ich, zumindest noch für viele Jahrzehnte. Wieviel sich hier im wachsenden Australien in welch kurzer Zeit ändert, das habe ich allein im Vergleich zu meiner Reise vor 5 Jahren erleben können, da liegen bisweilen Welten zwischen. Das betrifft unter anderem auch Darwin, dessen „skyline“ jetzt schon von mir in Prospekten bewundert werden kann - ich werde sie ja bald selber sehen -, was ich noch als ziemlich flache Stadt kenne ohne Hochhäuser. Darwin ist eine der Boomregionen im NT, unglaublich.

So wie ich aber jetzt noch den Westen Australiens kennen gelernt habe, ist er wunderschön, bezaubernd, beeindruckend und einfach sehr liebenswert: die Menschen und die Landschaften. Wie unterschiedlich sind Coral Bay und El Questro, und doch teilen beide Orte den typisch westaustralischen Charme eines wohl auch gelegentlich noch wilden, aber meist einfach wunderschönen und einen selber mit Großartigkeit, Lockerheit und Freundlichkeit überwältigenden Landes. Das gilt auch für den kleinen Teil des Northern Territory, den ich nun am Ende bereise. Die Vielfalt der Eindrücke, die bei mir zurück und haften bleiben, ist schier unglaublich: Von den Blüten des Nambung über die Ehrfurcht gebietenden Whalesharks bis zu den geheimnisvollen Schluchten des Karijini und der Kimberley – es ist ein kaum zu fassendes Panorama einzigartiger Welten und ihrer Menschen, die sich ebenfalls ändern, die ich aber eben „heute“ gesehen und deren Gemeinschaft ich geteilt habe, - dass ich erleben durfte, wie diese Welt jetzt noch ist. Ich bin deswegen überglücklich.

Gut, dass ich noch ein bisschen was vor mir habe auf dieser großen Reise: Zuerst noch hier in Australien, dann auf Hawaii zum Ausklang. Die Rückkehr nach Deutschland jetzt sofort wäre schon recht heftig. Ich glaube, ich habe das bei der Planung ganz gut hin gekriegt.



Sonntag, 24.05.
Im Litchfield NP war es wirklich klasse: ein bisschen was von allem im Aussie-Land: Flüsse, Gorges (kleine), viele Wasserfälle und Pools, Regenwald, Busch, Trockenwald, alles en miniature vertreten. Insofern war dieser kleine, aber feine und wirklich wunderschöne Nationalpark der ideale Abschluss meiner Reise durch so viele Naturschönheiten und -wunder. Ich habe es genossen, obwohl dort heute am Sonntag viel los war: Der Litchfield liegt ja nur eine gute Autostunde von Darwin entfernt. Besonders schön war das Baden in den Pools der kleinen Flüsse, die sich über viele kleine und große Wasserfälle ins weite Land ergießen. Im Florence Creek (River?) habe ich sogar eine Badestelle (= Stromschnellen und Pool, siehe Fotos) ganz für mich gehabt – nein, nicht wieder nackig, das machte schon das Pärchen eine Badestelle weiter unten. Ich bin viel gewandert und habe alle möglichen und erlaubten Tracks, insgesamt fast 10 km, meist felsig bergauf – bergab bewandert. Mittags waren es 34°, ich merkte das erst, als ich tatsächlich „flüssig“ schwitzte. Umso schöner war die Abkühlung im Fluss und dann wieder hier im Resort im Lake Bennett. Mich hat auch kein Süsswasser - Krokodil („freshy“) gebissen, obwohl es davon draußen im Nationalpark und hier im See eine ganze Reihe gibt; gesehen habe ich leider keines. Sie sind sehr scheu und und fliehen vor den Menschen; aggressiv werden sie nur, wenn man sie ärgert oder sie sich angegriffen fühlen. Ganz anders die viel größeren Salzwasser- Krokodile, die „alles fressen“, was fressbar scheint (Autoreifen, Angelruten, Menschen; man weiß das so genau, weil man es in ihren Mägen findet, wenn eines geschossen wurde) und ihr Revier sehr aggressiv verteidigen. Es wird hier sehr genau beobachtet, ob sich „Salties“ in der wet season vielleicht bis hierher hinauf vorarbeiten. Dafür gibt es extra Krokodilfallen und Köder, und in den NP's auch eine regelmäßige Beobachtung aus der Luft mit Helikoptern. Salties sind geschützt, was mittlerweile hier in Australien, speziell im NT, umstritten ist. Fakt bleibt, wie mir ein Ranger sagte, dass es weltweit nur 5000 – 6000 Salzwasserkrokodile gibt und darum eine Erhöhung der Zahl für ihren Bestand wichtig ist. Klar, das sehen hier im betroffenen Landesteil nicht alle so.

Ich kann auch nur sagen, dass ich mich im „wilden Westen“ Australiens mit den meisten giftigen Schlangen- und Spinnenarten weltweit ebenso sicher gefühlt habe wie meinetwegen im Sauerland. Spinnennetze sieht man, und Schlangen sind äußerst scheu; morgens kann man sie, weil es Wechselblütler sind, auf warmen exponierten Felsen und Steinen vermuten. In der Frühe gilt in der freien Natur also immer: „watch your step“. Nachdem mir heute Morgen auf einem der einsameren walking trails eine Horde von Jugendlichen samt Ranger begegnet ist, habe ich allerdings nicht weiter auf Schlangen geachtet. Vor deren Lärm und Trampelei nimmt jede Schlange reißaus... Also gilt hier wie überall: Interessantere Tiere muss man eher vorsichtig suchen als dass sie einen selber besuchen. Für „ants“ (Ameisen) gilt das nicht. Die kommen hier in den Tropen sofort, wenn sie auch nur einen Hauch von Lebensmitteln „riechen“. Die Regel ist also: Alles Essbare gut verschlossen und im Kühlschrank halten und keinesfalls im Zimmer verzehren, sondern nur draußen vor der Tür auf der üblichen Terrasse, und natürlich keine Abfälle im Zimmer lassen! Gestern habe ich den Fehler gemacht, mir vorsichtig ein altes Brötchen auf (!) dem Kühlschrank mit meiner restlichen Butter zu schmieren – keine 10 Minuten später war da eine Ameisenstraße. Habe alles mühsam sauber geputzt; danach war wieder Ruhe. So, never do like this.

Ach ja: Mein Reserve „Frühstücksbuffett“, die Tasche im Auto, habe ich hier nun auch wieder aufgelöst, sprich entsorgt. In Darwin gebe ich das Auto zurück. Dann gilt wieder: Nur mitnehmen, was man tragen kann. Der nächste Flieger wartet bald auf mich ...

Freitag, 22. Mai 2009

Was die Bilder nicht zeigen

Noch Freitag
Mir geht noch einiges durch den Sinn die letzten Tage und Fotos betreffend. Die Kimberley, El Questro und Kununurra waren wirklich eine sehr einzigartige und bezaubernde Landschaft. Ich schrieb schon: Die Fotos geben das kaum wieder. Das liegt auch einfach daran, dass der Fotograf, also ich, so überwältigt und hingerissen war, dass er zu fotografieren vergaß! Oftmals dachte ich beim Autofahren: Halt an, diesen Ausblick musst du schießen, dann jenen, dann jenen – und ich hielt NICHT an. Die Fotos hätten ohnehin kaum etwas von der faszinierenden Weite und Kargheit und zugleich Fülle (!) der Landschaft wiedergeben können. Ich hätte kaum gewusst, wohin die Kamera zuerst zu richten. Die Eindrücke fotografisch einigermaßen stimmig einzufangen ist mir hier vielleicht nicht immer überzeugend genug gelungen.

Natürlich KÖNNEN Fotos das auch, nur muss man dafür dann noch viel mehr Zeit und Überlegung und die genaue Auswahl des Standortes und der Perspektive und fototechnisches Knowhow (Pano; HRI) mitbringen, was ich jetzt in dieser Situation nicht hatte oder nicht aufbringen konnte. Zu beeindruckend waren zu allererst die inneren Bilder beim Schauen und Erleben in dieser wahnsinnig kurzen Zeit! Ich bin euch also durchaus fotografisch noch ein bisschen etwas schuldig geblieben, denn man kann gerade auch in den Kimberley großartige Fotos machen, einige sind mir auch recht gut gelungen. Es sollte also eine weitere Reise in die aufregenden Landschaft folgen...

Crocodiles Sunset


Als kleines Schmankerl reiche ich noch ein paar Fotos von der River Cruise auf dem Ord River in Kununurra gestern (Donnerstag) Abend nach  (von der Argyle Mine habe ich übrigens auch nocn Bilder, später). Es war sehr stimmungsvoll, dazu ein erstklassiges und überreichliches BBQ (Fleisch bis zum Abwinken), ein schöner Sonnenuntergang über dem Ord - und dann noch "Crocodile Catching" im Fluss, natürlich nur durch den Guide. Er wusste, wo er einen kleinen (ca. 3 Jahre alt) finden und kriegen würde. War sehr beeindruckend.



Inzwischen bin ich im Northern Territory angelangt (+ 7,5 Stdn.), in Katherine. Da gibt es eine tolle Gorge, die man sich nur vom Wasser aus ansehen kann, dort bin ich zwar schon vor 5 Jahren gewesen, die ist aber so schön, dass ich die Bootsfahrt wieder gebucht habe. Danach geht es weiter Richtung Darwin in den Litchfield NP, ein ganz besonderes Kleinod in der Nähe von Darwin. Viele, die ich getroffen habe, haben vom Litchfield geschwärmt. Wohnen werde ich wieder in einem Wilderness Park am Lake Bennett: no TV, no mobil, no web, nehme ich an. Dann erst online wieder in Darwin!

Donnerstag, 21. Mai 2009

Oasen der Frische


Donnerstag, 21.05.
Heute war mein letzter Tag in Westaustralien. Ich habe ihn ganz besonders genossen: Ganz früh morgens war ich noch bei den Zebedee Springs im El Questro Park, aber trotz der frühen Zeit (kurz nach 7 Uhr) waren die Quellbassins schon von ersten Badenden besetzt. Ich bin dann weitergefahren zur Emma Gorge und habe sie, nun richtig beschuht, bis zum Ende durchwandert, besser durchklettert, denn der Weg ist sehr steinig und felsig. Es war eine ganz andere Beleuchtung, und vieles erschien mir nun auf einmal neu und wunderschön. Eine kleine Dreiergruppe von Wanderern war mit mir zusammen aufgebrochen, aber viel langsamer unterwegs. So war ich nach gut einer Stunde Plackerei der erste am Pool am Ende der Gorge und konnte „einfach so“ (Badesachen hatte ich nämlich nicht mit) ins Wasser springen und mich vom Wasserfall berieseln lassen, herrlich. Man trocknet ja sehr schnell, so dass die anschließende Rast dort, bis die zweiten Menschen dann kamen, ein purer Genuss eigener Art waren.

In Kununrra habe ich wieder alles Gepäck in meinen roten Astra umgeladen, den Nissan Patrol zurückgegeben und eingekauft. Mein Weinvorrat ging zur Neige. Dann im Ivanhoe Caravan Park meine Cabin bezogen und ratzfatz ins Internet: erste Entzugserscheinungen machten sich da bei mir bemerkbar ;-) Darum habt ihr dann die Story samt Fotos aus El Questro auch lesen und sehen können. Schon früh um halb 4 nachmittags wurde ich dann abgeholt, um auf dem Ord River eine kleine Sunset Kreuzfahrt zu machen mit eingeschlossenem BBQ, Fotos kommen noch. Da wir wieder nur wenige waren, 12 Personen, war es eine sehr kommunikative, gemütliche und entspannte Sache – mit viel Fleisch und Salaten und sonstigen Schlemmereien. Der Abschluss in Kununurra war also absolut stilvoll, relaxed und dem Anlass angemessen!

Denn es stimmte mich schon etwas traurig, dass ich nun dieses schöne Land Westaustralien verlassen werde, das mich von Perth an mit so vielen Wundern und Erlebnissen beglückt hat. Es ist wirklich ein tolles Land und einer weiteren Reise unbedingt wert! Was habe ich alles gesehen, und was habe ich alles noch NICHT gesehen... :-) Morgen geht es dann nach Katherine am Stuart Hwy im Northern Territory. Da wird die Uhr 1,5 Stunden vorgestellt, also dann mit 7,5 Stunden Differenz zur MESZ. Das bringt dann auch den gesehenen und gefühlten Tageszeiten – Rhythmus wieder besser ins Lot: Dort geht die Sonne dann morgens um 7 auf und um 6 abends unter. Hier war das zuletzt mit halb 6 SA und halb 5 SU etwas sehr verschoben. Ich steuere mit einer Zwischenstation in Katherine mein letztes NP – Ziel an, den Litchfield Nationalpark 150 km südlich von Darwin. Das Ziel der großen Australienreise kommt immer rascher in Sicht.

Mittwoch, 20. Mai 2009

El Questro & more


Mittwoch, 20. 05.
Da ist einiges passiert in der Zwischenzeit. In dem Wilderness Park El Questro gibt es weder Internet noch TV noch Mobiltelefon – sehr vernünftig. Es gibt auch nur eine einzige öffentliche Telefonzelle, die war aber immer frei, man wollte gar nicht telefonieren. Denn hier zu sein, abgeschieden von der übrigen Welt, und doch mit allem, was nötig ist, bestens versorgt, inmitten einer unglaublich lieblichen und schönen Landschaft (ja, lieblich, und das in den Kimberley!), das allein genügt. Es ist wie in einem Paradies, wirklich. Die Bilder können nur schwer wiedergeben, wie hier die Landschaft insgesamt wirkt, zumal dann auch die Lichtverhältnisse in den Gorges mit Sonne und Schatten zum Fotografieren recht kompliziert sind. Die Dimensionen sind es allemal, so dass der Eindruck der wenigen Fotos hier wirklich sehr unzureichend bleibt. Hinzu kommt, dass man die Geräusche und Gerüche unbedingt hinzu nehmen muss, um einen sinnlichen Eindruck zu bekommen. Also kurzum: Es gibt Landschaften wie die Bungles, da können Fotos schon eine Menge zeigen. Und es gibt sinnliche Erfahrungen wie die hier im Park El Questro, wo die Bilder ziemlich kläglich versagen. Hier zu sein gehört auf jeden Fall zu den größten Highlights in ganz Westaustralien. Besonders dann, wenn man wieder alle Zähne im Mund und Reifen auf dem Auto hat. Aber damit greife ich vor...

Gestern war eine halbe Stunde lang Pech angesagt. Irgendwann musste es ja kommen; dass es dann so abgelaufen ist, wie es war, gehört schon wieder zu den glücklichen Ereignissen meiner Reise. Ich habe also gestern meinen 4WD in Kununurra übernommen, sehr gespannt, was ich nun mit diesem Auto würde anstellen können. Ich habe mich schnell dran gewöhnt und bin nach Wyndham gefahren, die normale asphaltierte Route, eine andere gibt es auch gar nicht. Es ist ziemlich ödes Nest am Ende des Great Northern Highways an der Timor Sea gelegen wie Darwin. Nun gut, es gehörte sich einfach für mich so, dann auch konsequent bis ans Ende dieser großen Straße zu fahren, die ich von Perth an immer wieder verfolgt habe. Danach wollte ich die für mich neuen Möglichkeiten des 4WD Nissan Patrol nutzen und die King River Road fahren, und möglicherweise sogar den Pentecost Drive als Abkürzung zur östlichen Gibbs River Road nutzen. Das war eine landschaftlich tolle kleine Straße am Krokodil reichen King River entlang. Krokos habe ich zwar nicht gesehen, dafür aber viele Lizards (kleine Echsen ähnlich den Waranen) und jede Menge mir unbekannter großer Vögel, Reiher ähnlich, schwarze Störche, Trappen (danke, Dennis!) usw. Plötzlich hatte ich beim intensiven und freudevollen Schauen und Kauen leider einen halben Goldzahn locker im Mund, das war weniger schön. Ich konnte ihn retten, ehe ich ihn beinahe verschluckt hätte... Blöde Sache.

Die Abkürzung zur Gibb River Road und damit nach El Questro erwies sich als ein recht anspruchsvoller Track, den ich mir alleine und ohne 4WD - Erfahrung nicht zutraute, schon beim Ansehen nicht, und daher beschloss ich, denselben Weg 60 km wieder zurück auf den Hwy zu fahren und dann ganz normal die 80 km u. a. über die Gibbs River Road (die ist komplett nicht asphaltiert, wird aber auch von Road Trains (!) benutzt) nach El Questro zu fahren, alles ganz nah und easy. Gerade als ich recht stolz auf mich war, wie vernünftig oder (feige?) ich eben bei meiner Entscheidung zurück zu fahren gewesen war, ereilte mich das Missgeschick: Mitten im Nirgendwo auf einer kleinen Outback - Straße gab das Auto komische Geräusche von sich, stank dann fürchterlich nach Gummi und begann zu schlingern. Ich stoppte dann sofort und ahnte – und sah das Malheur: Der rechte hintere Reifen war total zerfetzt und stand nur noch auf der Felge. Eine Erfahrung der anderen Art: Neben mir nicht weit der Fluss mit den möglicherweise gefährlichen Krokodilen, vor mir und hinter mir nur Staubstraße, neben mir ein kaputtes Auto – wow! Zum Glück war die Straße an dieser Stelle eben und einigermaßen breit, so dass ich gefahrlos mit dem Reifenwechsel beginnen konnte. Oh boy, wann habe ich das zuletzt gemacht... Mir war als erstes klar: Bleib cool Junge, du hast genug Wasser dabei, und entferne dich keinesfalls vom Auto. Dann gings los mit der Suche nach den Werkzeugen, Wagenheber, Ansatzpunkt, na ja, ich sage euch, man sollte das öfter mal üben. Jedenfalls habe ich mich gar nicht so total dumm angestellt, denn eigentlich wäre ich fast zum Ziel gekommen, wenn da nicht diese eine doofe Schraube gewesen wäre, die ich partout nicht los kriegte! Ich habe mir dabei die Haut der rechten Hand zerfetzt. Nichts zu machen, sie lockerte sich nicht. Der Wagenheber schien immerhin zu funktionieren, aber ich kam halt dennoch nicht weiter. Also auf Hilfe warten – au Mann, wird einem da die Zeit lang, zumal in der frühen Nachmittagsglut mitten im Nirgendwo. Nach einer halben Stunde (kam mir vor wie eine kleine Ewigkeit), hörte ich Motorengeräusche, und ein Auto kam, damit nahte die Rettung. Der freundliche Australier war zum Angeln im Kings River unterwegs und hatte natürlich richtiges Werkzeuge dabei. Das Lösen der letzten Schraube und der Reifenwechsel gingen jetzt im Nu, obwohl wir noch die Hilfe seines zweiten Wagenhebers benötigten, um das Auto hoch genug zu kriegen. Der Reifen war dann schnell gewechselt – und ich total erleichtert. Wir haben uns dann noch ein Weilchen unterhalten, klar, jeder macht einmal solche Erfahrungen, und danach schafft man sich richtiges Werkzeug an und achtet ganz besonders auf den Reservereifen...

Ich bin dann auf dem normalen, weiteren Weg nach El Questro gefahren, mulmig wurde mir nur auf der Gibbs River Naturstraße, weil ich ja nun keinen Reservereifen mehr hatte, nur noch dieses zerfetzte Dingen, das da an meiner Hecktür hing. Aber was soll ich sagen: Dieser Nachmittag und Abend in El Questro gestaltete sich noch besonders nett und gemütlich, weil ich dort wieder die kleine Reisegruppe von „Peter“ traf, der mit seinen Wienern unterwegs war. Wir hatten natürlich viel zu erzählen und haben dann abends nett zusammen gesessen und gegessen – das Restaurant in El Questro Township ist super – und den einen oder anderen Wein miteinander getrunken. Es war der glorreiche Abend eines recht aufregenden Tages... Ich war übrigens im Resort recht schnell das Tagesgespräch: „der mit dem zerfetzten Reifen kam“ … Ich habe meine Geschichte gleich mehrfach erzählen müssen. Wisst ihr, es war bei den Fragern und Zuhörern der Effekt wie im Gruselkino: Es gruselt so schön, wenn und weil es MICH NICHT betrifft … :-) Sogar heute noch, eine Tag später, fragte mich die Oberin im Restaurant, ob denn nun mein heutiger Tag auch gut gewesen wäre; ja, sie habe von dem „tyre damage“ gehört, ob ich denn trotzdem den Aufenthalt hier genießen würde? Wow – so wird man zur Berühmtheit für einen Tag...

Ich bin heute Morgen nach Kununurra zurück gefahren, war schon um 8 Uhr bei dem Service von HERTZ, also bei Sandy. „Take it easy“, sagte sie, so etwas passiert halt. Ich sollte gleich einen neuen Reifen bekommen, und dann zeigte sie mir endlich auch, wo im Auto das „richtige“ Werkzeug versteckt war. Tausendmal „sorry“ natürlich. Zum Glück würde ich bloß ca. 20 % des neuen Reifens bezahlen müssen, da der kaputte ja schon alt gewesen wäre. Aber das gleich vorweg: Das hat mit dem Plattfuß nichts zu tun. Ich hatte am Abend vorher natürlich noch viel Fachsimpeleien und erfuhr, dass insbesondere die Hinterreifen auf Schotterstraßen durch den Steinschlag der Vorderreifen (!) bedroht sind: jeder Stein ein Geschoss sozusagen. Dann passiert das eben. Es kann einem dreimal in einem Monat passieren, auch bei ganz neuen Reifen, und es kann 5 Jahre gut gehen. Nur – irgendwann passiert es wieder. Shit happens. Darum ist zumindest gutes Werkzeug und am besten 2 Reservereifen angesagt.

Das habe ich mir von Sandy dann auch besorgt. Dann war ich, während der Reifen montiert wurde, noch bei der Dentistin und habe mir das Goldinlay wieder einsetzen lassen, habe getankt und eingekauft - und war nach zweieinhalb Stunden wieder auf dem Weg zurück von Kununurra nach El Questro mit neuem Reifen. Die Zahnbehandlung war übrigens prompt, gründlich und spitze, auch eine neue und gute Erfahrung. Nach knapp 20 Stunden war also wieder aller Schaden behoben! Uff, wie gut!

Es war mir schon klar: Irgendwann musste etwas passieren, irgend etwas, man kann nicht immer nur Glück haben. Letztlich aber habe ich in all dem Missgeschick, das mir passiert ist, doch wieder mehr Glück als Verstand gehabt. Jedenfalls bin ich heute sehr fröhlich die rauhen 4WD-Tracks zu den Gorges gefahren, die ich mich gestern noch nicht getraut hätte. Man lernt halt immer dazu. Eine tolle Gegend, wichtige Erfahrungen, die ja auch irgendwie zu diesem Land hier gehören, und bewältigte Schwierigkeiten, da bin ich doch am Ende sehr glücklich und zufrieden.

Schaut euch die Fotos an und freut euch daran. Denn ich habe heute die Wanderungen in den Gorges genossen; eine selten schöne tropische Landschaft der Kimberley voller Wasser mitten im Trockenland! Und nun geht’s dann wieder zurück nach Kununurra, tja, das kenne ich ja inzwischen recht gut; eine freundliche kleine Stadt, die sich mir von der besten Seite gezeigt hat! Donnerstag Abend ist BBQ Dinner auf dem Ord River angesagt.

Das war doch mal eine richtige story... no worry!

Montag, 18. Mai 2009

Bungle Bungle !


Montag, 18.05.
Die Bungles. Purnululu. Ich dachte, - ihr dachtet, es gäbe keine Steigerung mehr. Es gibt. Seht selbst. Und auch dieses Mal geben die Bilder nicht annähernd wider, was ich dort wirklich gesehen und erlebt habe.

Zu den nüchternen Fakten: Ich wurde morgens mit einer „flight only“ - Tour in die Bungles eingeflogen, stieg dann dort auf dem Bungles Airstrip als einziger aus und bekam einen Guide, eine taffe Frau. Ich blieb der einzige Teilnehmer auf der nun folgenden Tour „on the ground“ in den Bungles! Meist wird dort eine Übernachtung im Camp gebucht; diesmal war ich es alleine, der bloß eine day tour gebucht hatte – und hatte mit Karen riesiges Glück: ein toller Guide! Wir sind viel in den Gorges gewandert, sie hat sehr viel erklärt, gezeigt, erzählt, und das, was es zu sehen gab, war / ist wirklich einzigartig. Tatsächlich: Alleine die Bungles lohnen das Herkommen nach Kununurra. Was die geologischen Besonderheiten sind, könnt ihr selber bei Wikipedia nachlesen. Was man nicht lesen kann, ist das Gefühl der Erhabenheit und Ehrfurcht, dass einen bei diesen eigenartig geformten Felsen und Schluchten, bei all den Formen und Türmen überwältigt. In der riesigen Cathedral (hier versagen die Bilder völlig, die Spiegelungen sind allenfalls der Wirklichkeit entsprechend) beschleicht einen ein besonderes Gefühl; es war eine Gruppe dort, und dennoch war es mucksmäuschen still, was tour groups sonst nicht gerade auszeichnet: stille zu sein! Auch die Perspektive von oben aus dem Flugzeug war überwältigend, wenn auch nicht annähernd so, wie das Erleben dort unten zwischen den Felstürmen mit all den Gerüchen und Vogellauten in der sehr warmen Sonne. Die Billabongs (kleine Gewässerreste aus der „wet season“) schufen eine Atmosphäre der Kühle und Erfrischung, allein schon des leisen, kühlen Luftzuges wegen, der über das Wasser hauchte. Es lohnte sich sehr, hierher wieder zu kommen, so wie ein älterer australischer Wanderer es uns erzählte, der seit 27 Jahren immer wieder hierher in die Bungles kommen „muss“.

Es gibt von Natur aus ganz besondere Orte („heilig“); die Bungles gehören bestimmt dazu. Man spürt es. Die Natur kann wirklich überwältigend sein an Schönheit, Erhabenheit, Einfachheit. Mit und ohne uns ist das hier seit über 20 Millionen Jahren so. Bilden wir uns also bloß nicht zu viel ein. - Karen war eine einfühlsame Begleiterin. Der Sunset noch aus dem Flugzeug war das I-Tüpfelchen auf diesen einzigartigen Tag.

Sonntag, 17. Mai 2009

Weit bis Kununurra


Sonntag, 17.05.
Die Fahrt durch die Kimberley von Fitzroy Crossing nach Kununurra war großartig. Eigentlich gab es ja nichts Besonderes zu sehen, nur Landschaft. Aber die hatte es eben sich. Ich bin voller Staunen und Schauen und Genießen durch diese wunderbare ursprüngliche tropische Landschaft gefahren. Es wachsen hier etwas andere Eukalyptusarten, dann die verschiedenen Boab Trees, mal kahl, mal alt, mal frisch begrünt, und alle möglichen anderen Sträucher, deren Namen ich nicht kenne. Viele Raubvögel waren in der Luft, besonders am Vormittag. Dazwischen immer wieder weite Flächen mit hohem Gras und vielen dunkelbraunen Termitenhügeln, auch dicht neben der Straße, von denen sich dann einige plötzlich bewegten – o Schreck, auf die Fahrbahn zu, und das sind dann dunkelbraune Rinder... Viele viele weiden hier, ein fruchtbares Land mit viel Wasser, zu viel oft in der „wet season“ (=Sommer), so dass die Flüsse und Bäche gewaltig anschwellen und ganze Landstriche unter Wasser stehen. Dieses Stück des Great Northern Highways ist auch noch nicht durchgängig hochwasserfest, aber man baut gewaltig daran. Es müssen dafür gewiss sehr hohe Kosten aufgewendet werden, gilt es doch, zig kilometerlange Abschnitte auf Dämme höher zu legen, von den langen Brücken ganz zu schweigen. Dann folgen wieder recht gebirgige Strecken mit vielen Windungen und Steigungen der Straße. Mich wundert nicht, dass die gesamte Strecke Perth – Darwin noch gar nicht so lange erst durchweg asphaltiert ist: wegen dieses Abschnittes! Das weite Land und die sehr dünne Besiedlung in den Kimberley haben eben einen ganz besonderen Preis für Australien und seine Bundesregierung in Canberra.

Aber schön ist das Land! Ich habe diese lange Fahrt wirklich genossen, mit allen Zügen, die man so beim Durchfahren (und viel etwas anderes kann man hier auch gar nicht machen: es gibt einfach nichts außer ein paar aboriginal communties) machen kann. Ach ja, ihr werdet es kaum glauben: Hier, irgendwo mitten zwischen Nirgendwo und Nirgendwo gab es eine Polizeikontrolle: Geschwindigkeitsüberschreitung wurde geahndet und ins Röhrchen musste man pusten! Bei mir war alles ok, aber der vor mir musste zahlen, den hatte das Radar erfasst. Gut dass ich wegen des Fotografierens während des Fahrens oft sogar langsamer als möglich (max 110 km/h) fahre. Aber diese Kontrolle war wirklich völlig überraschend! Dafür ist die australische Polizei aber besonders auf den weiten Strecken berühmt, wie ich hörte...

Kununurra ist ein regionales Zentrum mit aller Art von Geschäften und öffentlichen Einrichtungen, Schulen, Kliniken etc. , sieht sehr ordentlich und modern aus. Erstaunlich, was hier so weit abseits alles geboten wird. Der Caravan Park ist spitze, der Pool prima, die Cabin bestens ausgestattet. Und zum Glück: Die Australier essen gerne und gut. Jedenfalls habe ich bisher fast in jedem Ort ein gutes bis sehr gutes Restaurant zum Dinner gefunden. Da fährt man nun hunderte, tausende Kilometer durch den wilden Busch – und findet dann in Kununurra im Country Club ein äußerst gepflegtes Restaurant mit sehr guter Küche und besten Manieren vor. Die freundliche Bedienung kam übrigens aus Belgien und hatte einen Australier geheiratet, dessen Wurzeln in Deutschland und Holland liegen. Eine typische Einwanderungslegende! Bester Service kam hinzu, denn ich wurde nach dem Dinner problemlos mit deren Minibus zurück in den am Ortsrand liegenden Ivanhoe Caravan Park gefahren. Diese „Inseln der Zivilisation“ sind für mich immer wieder erstaunlich, aber eben auch typisch austro-britisch, bis hin zum Radioempfang von ABC (dem australischen Gegenstück zur BBC), der nur im jeweiligen Ortsumkreis zu hören ist (steht extra mit Schild an der Straße), und zum alles gleichzeitig machenden Internet. - Eine völlig fremde Welt, nicht einmal, so scheint mir, eine parallele, ist die Welt der öffentlich sichtbaren Aboriginals, offenbar eine völlig verlorene Menschengruppe. Das ist eine der erschreckendsten Eindrücke dieser Fahrt durch die Kimberley. Ich könnte dazu noch eine Menge schildern und schreiben und erklären. Ich lasse es hier und heute – für ein andermal und an einem anderen Ort.

Morgen geht es per „air & ground“ in die berühmten Bungel Bungles, deretwegen manche Leute überhaupt hierher kommen. Ich bin sehr gespannt, und meine Erwartungen sind recht hoch nach allem, was ich bisher schon gesehen habe!

Samstag, 16. Mai 2009

Grüße aus dem Devon


Mitten im Outback (und Fitzroy Crossing ist outback, ziemlich tiefes sogar) und schnelles Internet – ich liebe Australien!! Es gab noch einiges zu sehen, nicht nur die vielen für die Kimberley typischen „Flaschenbäume“, besser Boab Trees, die es so ähnlich auch in Afrika gibt, und nicht nur eine lange, lange Straße durch eine wirklich der Savanne ähnelnde Landschaft („savannah way“ heißt darum die Route von Broome über Darwin bis nach Cairns), sondern auch die Riff-Felsen in der Geiki Gorge, einem zu Kalkstein (“limestone“) gewordenen alten Meeresriff aus dem Devon, also von vor 280 - 350 Millionen Jahren. Darum heißt der größere Nationalpark hier, dessen kleinere Teil ich gesehen habe, auch Devonian NP.

Outback heißt auch: Fitzroy Crossing ist offensichtlich schwarz. Aber die Ranger im nahen Nationalpark, in dem man mit dem Boot den Fitzroy River befahren konnte (siehe Fotos), das Personal hier in der Lodge, die Verkäufer im Tankstellen-Shop, im Visitor Centre, alle weiß. Die Zimmermädchen sind wie fast überall hier Chinesinnen. Reichlich viele Austro-Schwarze habe ich nur im Old Crossing Inn gesehen, einer „historical site“; aber da war ja auch eine „tavern“. Klar dass mir diese Wahrnehmung zu denken gibt.

Morgen geht es weiter nach Kununurra: 650 km Outback liegen platt und schnurgerade vor mir... :-)

Freitag, 15. Mai 2009

Kimberley hoch zwei

Das heute war ein Wahnsinns Erlebnis. Ich hatte einen Flug mit Bootsfahrt zu den „Horizontal Waterfalls“ in den Kimberley gebucht. Es ging früh um 6 mit Sonnenaufgang vom Airport Broome in die Luft (pick up im Resort um 5:30, Wecker um 4:45...) mit knapp 90 minütigem Flug in die Küstenregion nördlich des King Sound, zur Talbot Bay. Dort gibt es zwei Meeresarme / Fjorde, die nur durch schmale Felsengen mit der größeren Meeresbucht verbunden sind. Die eine Enge ist ca. 40 breit, die zweite, hintere bloß 15 m. Der Tidenhub beträgt normal zwischen 8 und 10 m; das viele Wasser strömt also viermal am Tag durch diese engen Felsenspalten hinein und heraus. Da das nicht so schnell geht, ergibt sich mit dem starken Sog des Hubs ein sog. horizontaler Wasserfall, „horizontal waterfall“, ein Naturschauspiel, dass es meines Wissens nur hier in Westaustralien zu erleben gibt, und das in der ohnehin schon einmaligen Wildnis der Kimberley.


Alles war perfekt organisiert. Das Flugboot landete in der äußeren Bay, wir stiegen ins Jetstream-Boot um, und dann ging die Post ab: auf die Felsspalten zu, und wasseraufwärts hindurch! Die zweite Spalte war so eng, dass die Durchfahrt erst etwas später bei nachlassendem Druck möglich war. Grandios! Dazwischen wurde auf einem weiteren Boot Frühstück serviert, während wir die inneren Buchten entlang fuhren und die einmalige Bergwelt dieser Küstenregion bestaunen konnten: Faltengebirge in Australien, das war für mich etwas ganz Neues; die Faltungen sind auch fast halb so alt wie die Erde insgesamt, nämlich ca. 2 Mrd. Jahre, als der australische Kontinent noch mit dem indischen Kontinent (damals noch nicht Subkontinent!) kollidierte. Außerdem gab es eine faszinierende Tierwelt gratis: Delfine, Haie, große Salzwasserkrokodile, alle in freier Wildbahn, die „stinger“ und „box jellies“ gar nicht mit gerechnet, also eine Meeresregion, wo man besser nicht baden sollte. Überhaupt sind die Kimberley zwar von einer atemberaubenden Schönheit, aber nicht ganz ungefährlich. Dass sie der Mensch (außer den Aboriginals) bisher gemieden hat, ist also nicht ganz zufällig. Unsere Tour wurde samt allem Support ausschließlich über Luft oder Wasser ohne jeden Landkontakt durchgeführt. Es gibt inzwischen recht exklusive kleine Kreuzfahrten über eine Woche in diese Region hinein. Auch dafür dienen die von uns besuchten Ponton - Stationen als Basis.

Danach flogen wir über das Buccaneer Archipel und dann immer der Kimberley - Küste entlang bis zum Cape Leveque, einem gerade noch mit dem Auto erreichbaren Ort (auch Wikipedia wird geradezu dürftig...). Der Rest ist Wildnis, eine der letzten „frontiers“, die es auf der Welt gibt. Außer mit Schiff oder Flugzeug kommt man dort in den hohen Kimberley nirgendwo hin. Weiter ging dann der Flug der Küste entlang wieder auf Broome zu, wo wir den Cable Beach nun einmal von oben zu sehen bekamen. Es war insgesamt alles ein unbeschreiblich schönes und einmaliges Erlebnis; die reichlichen Fotos (auf Vorschaubild klicken oder direkt in meinem Picasa Webalbum) geben davon einen Eindruck wieder. In all den Highlights noch ein weiteres absolutes Highlight. Ich bin sehr froh, diese nicht ganz billige Tour gemacht zu haben. Wie es mir dabei geht? Irgendwie sonderlich. Mir ist bewusst, dass ich etwas ganz Außerordentliches erlebe, und doch geht es vonstatten wie sonst etwas ganz Normales. So ist auch mein Gefühl dabei: Ganz cool und relaxed (Westaustralia like), und doch unglaublich erfüllt und angespannt angesichts all dieser ungeahnten neuen Erlebnisse und Erfahrungen. - Nach der Rückkehr mittags bin ich aufs Bett gefallen und habe eine Stunde geschlafen, vielleicht eine ganz natürliche Schutzreaktion für Körper und Seele.

Morgen geht es nun weiter Richtung Osten nach Fitzroy Crossing am Fluss selben Namens. Mal sehen, ob er nach dem Ende der “wet season“ noch Wasser führt. Sonntag fahre ich dann eine längere Strecke nordöstlich bis nach Kununurra. Dort gibt es dann mit den Bungle Bungles und dem 4WD-Ausflug zur El Questro Station wieder einiges Neue von den Kimberley zu sehen. Ob es dort allerdings brauchbares Internet gibt, wage ich zu bezweifeln; das wird wohl erst wieder in Darwin gut sein, also nicht wundern, wenn es in den nächsten Tagen im Blog und Webalbum etwas ruhiger wird. Schaut euch einfach die bisherigen Fotos noch einmal an! Ich selber kann die Fülle der Erlebnisse ja kaum begreifen... Heute Abend habe ich noch einmal ein ausgezeichnetes Dinner hier im Resort gehabt, mit allem Drum und Dran. Das Auto ist durchgecheckt und vollgetankt, morgen früh geht es dann auf den letzten Teil der langen Fahrt durch Australiens Westen.

Donnerstag, 14. Mai 2009

beaches - corcodiles - sunset


Eigentlich gibt es nicht viel zu erzählen; es war ein wunderschöner Pausentag, echt zum Entspannen, am Strand lang wandern, ein wenig shoppen gehen, Auszeit haben. Was ich dabei gesehen habe, zeigen die Webalben - einfach auf die Bilder hier klicken!

Sogar Kamele und Krokodile waren dabei, aber nur im Crocodile Park, ist mir auch lieber... Und dann am Cable Beach - allmählich sollte jeder durch Wikipedia wissen, warum der so heißt - noch ein wunderschöner Sonnenuntergang, seht selbst und freut euch mit an den Bildern.